Ecuador-Erdbeben: KIRCHE IN NOT hilft beim Wiederaufbau

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Viele Ecuadorianer erlebten das Erdbeben in Kirchen, denn „es war die Zeit für die Messe“

von M.Z. de la Morena, Kirche in Not

160421 ecuador_5In den Straßen der ecuadorianischen Stadt Portoviejo liegt ein Geruch von Verwesung und Verbranntem. Die Menschen bitten verzweifelt um Wasser, Lebensmittel und Decken. Niemand schläft zu Hause, auch nicht diejenigen, deren Häuser noch stehen. „Wir haben Angst, dass die Erde wieder bebt“, sagt unter Tränen Pater Walter Coronel, Missionar Fidei Donum von der Erzdiözese Portoviejo, im Gespräch mit dem Päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“.

San Gregorio de Portoviejo, elf Uhr morgens. Das Thermometer zeigt 33 Grad an, so ist der Winter in der Hauptstadt der Provinz Manabí. Wenige Tage vor dem Erdbeben hatte es 12 Stunden ununterbrochen geregnet. Hunderte Menschen mussten deshalb ihre Häuser verlassen. Dorthin reiste Pater Walter wenige Tage vor dem Erdbeben. Denn der Missionar, der zurzeit im ecuadorianischen Amazonasgebiet arbeitet, stammt aus Portoviejo.

160421 ecuador_4„Es war zwei Minuten vor Beginn der 7-Uhr-Messe am Samstag. Der Pfarrer Roberto Carlos Garviami stellte mich gerade den gut 100 Gläubigen vor, die in die Kirche San José de Picoaza gekommen waren, als der Boden zu beben begann. Das Beben war sehr, sehr stark. Plötzlich fiel ein paar Zentimeter von mir entfernt ein großes Stück vom Dach herunter und begrub Pater Roberto Carlos unter sich.“ In wenigen Sekunden verbreiteten sich Angst, Blut und Schreie in der Pfarrkirche. „Ich habe zwei Unbekannte umarmt. Ich konnte nur beten und Gott darum bitten, dass es so bald wie möglich aufhört.“ Laut nicht amtlichen Angaben wurde in der Kirche San José de Picoaza niemand tödlich getroffen. Aber in den Kirchen der Erzdiözese und in der Kathedrale von Portoviejo verloren viele Menschen ihr Leben.

Das Beben der Stärke 7,9, dessen Epizentrum 150 Kilometer von Portoviejo entfernt lag, ließ Gebäude wie ein Blatt Papier einstürzen. Es gebe keinen Ort, wo die Messe gefeiert werden könne, erklärt der ecuadorianische Priester. Die wenigen Pfarrkirchen, die nicht vollständig zerstört seien, wiesen viele Risse auf. Ihre Wände drohten einzustürzen. „Immer wenn ein weiteres Opfer gefunden wird, feiern wir den Trauergottesdienst auf der Straße, in den Ecken von zerstörten Häusern.“

160421 ecuador_3Noch ist es kaum möglich, die Zahl der Toten festzustellen. Denn in den Hügeln liegen ganze ländliche Regionen unter Steinen und Bäumen begraben. Dorthin konnte noch niemand kommen. „Wir wissen nichts über die Landbevölkerung. Noch ist niemand dorthin gelangt. Wir sind überfordert.“

Je mehr Zeit vergeht, desto geringer werden die Chancen, unter den Trümmern noch Lebende zu bergen. Die Menschen beginnen erst jetzt festzustellen, was in ihren Häusern geschehen ist. Die Lage verschlechtere sich zusehends, sagt Pater Walter. „Die Leichen beginnen zu verwesen. Wir verfügen über keine Wasserversorgung, und der Strom wird immer wieder unterbrochen. Unser Land ist nicht darauf vorbereitet“, fügt er verzweifelt hinzu.

Solidaritätsbekundungen

Die Webseite der Erzdiözese Portoviejo wurde seit dem Erdbeben nicht mehr aktualisiert, was sich als providentiell erwiesen hat. Denn das Titelbild ist ein Plakat über das Jahr der Annahme 2016, dessen Motto heißt: „Annahme ist sich darüber freuen, den Bruder aufzunehmen.“ Das ecuadorianische Volk teilt mit seinen Landleuten das Wenige, was es hat. „Die Menschen machen Feuer auf der Straße und kochen für alle, auch für die, die sie nicht kennen.“

Pater Walter ruft die internationale Gemeinschaft um Gebet und Hilfe auf, um aus der verzweifelten Lage herauszukommen. Das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“, das bereits mehrere Projekte im Land unterstützt, sagt zurzeit weitere Projekte zu, um in verschiedener Weise mit Not- und Wiederaufbauhilfe den Brüdern und Schwestern in Not zu helfen.

Helfen Sie den Menschen in Ecuador mit Ihrer Spende „Erdbeben Ecuador 217-00-59“

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

Sie können:

  • für ein pastorales Projekt spenden:
    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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