Bangladesch: Die Katholische Kirche fordert mehr Rechte für ethnische Minderheiten

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Msgr. Moses Costa

Königstein im Taunus 25.07.2017 – Bei einem Besuch in der internationalen Zentrale der Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“ beklagte der Erzbischof von Chittagong, Moses M. Costa, dass ethnische und religiöse Minderheiten in der Verfassung von Bangladesch nicht explizit als Bevölkerungsgruppe mit bestimmten Rechten genannt würden. „Die Regierung erkennt ihre legitime Existenz nicht an und vernachlässigt sie, so dass sie kaum Entwicklungsmöglichkeiten haben. Zudem werden sie oft bei der Suche nach einem Arbeitsplatz und sogar in manchen Schulen diskriminiert, da sie nicht die Nationalsprache sprechen. Wenn die Angehörigen ethnischer Minderheiten leiden, leidet auch die Kirche, denn 60 Prozent unserer Gläubigen gehört dieser Gruppe an“, sagte der Erzbischof. Die Katholische Kirche setze sich als einzige für die Rechte und die Würde dieser Menschen ein und respektiere und fördere ihre Kultur.

Erzbischof Costa berichtete, dass in den sogenannten „Chittagong Hill Tracts“, einer in den Bergen gelegenen Provinz in seiner Erzdiözese, die Regierung bei im vergangenen Jahr eingetretenen Überschwemmungen den dort lebenden ethnischen Minderheiten jede Hilfe verweigert und das Problem verleugnet habe. Er kritisierte auch die Ausbeutung dieser Menschen in den Abwrackwerften der Hafenstadt Chittagong, wo ausgediente Schiffe in ihre Bestandteile zerlegt werden, um diese einer anderen Verwendung zuzuführen. So werde beispielsweise die Eisenteile herausgebrochen und für Bauarbeiten zur Verfügung gestellt. „Diese Arbeiten werden unter gefährlichen Bedingungen durchgeführt und fordern unzählige Menschenleben. Aber ich darf diesen Ort nicht besuchen, weil mir die Behörden die Genehmigung verweigern,“ beklagte der Erzbischof.

Nach den Übergriffen auf Christen und kirchliche Einrichtungen befragt, die in den vergangenen Jahren in dem überwiegend muslimischen Land vermehrt aufgetreten sind, gab der Erzbischof an, es handele sich dabei in der Regel um eine Mischung von politischen und religiösen Motiven. Einerseits handele es sich oft um Versuche, sich unberechtigterweise Grundstücke anzueignen, die den ethnischen Minderheiten gehören, die oft Christen sind,  andererseits  sei aber auch eine religiöse Komponente zu verzeichnen, die stärker werde. Es gebe im Land sehr viele verschiedene islamische Gruppierungen. „Im vergangenen Jahr haben eintausend Bengalen eine Pfarrei in Chittagong angegriffen, weil viele Meilen entfernt zwei Geschäftsleute getötet worden waren und wir Christen beschuldigt wurden, damit etwas zu tun gehabt zu haben“, berichtete der Erzbischof. Die Lage in Chittagong sei „schwierig und gefährlich“, erklärte er.

Jedoch gebe es für die Katholiken auch Grund zur Freude. Angesichts der Tatsache, dass Papst Franziskus im vergangenen November  Erzbischof Patrick D’Rozario von Dhaka die Kardinalswürde verliehen hatte, seien nicht nur die katholischen Gläubigen „von Freude überwältigt gewesen“, sondern auch die nichtchristliche Bevölkerung sei „sehr glücklich“ gewesen. Auch die Regierung habe „gespürt, dass der Papst dem Land damit eine besondere Anerkennung und Aufmerksamkeit zuteil werden ließ“. Ebenfalls  die Erhebung von Chittagong zur Erzdiözese im Februar 2017 sei eine „große Freude“ gewesen. „Der Katholischen Kirche wurde durch diese beiden Ereignisse eine größere Bedeutung verliehen. Generell leistet die Kirche in Bangladesch trotz ihrer geringen zahlenmäßigen Größe durch die von ihr betriebenen Schulen einen bedeutenden Beitrag zum Erziehungswesen und ist auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge sehr aktiv. Dafür wird sie von vielen sehr anerkannt.“

89 Prozent der 156 Millionen Einwohner des südasiatischen Landes sind Muslime. Die zweitgrößte Religionsgruppe machen mit 9,5 Prozent Hindus aus. Die Katholische Kirche bildet mit rund 270.000 Gläubigen einen Anteil von lediglich 0,2 Prozent an der Gesamtbevölkerung.

Im vergangenen Jahr hat Kirche in Not die Katholische Kirche in Bangladesch mit rund 560.000 Euro unterstützt.

Von Eva-Maria Kolmann

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