Burundi: Versöhnung in Kleinen Christlichen Gemeinschaften

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Durch Claude Piel

Pater Joseph-Désiré Nijimbere, Priester der Rutovu Pfarrei in der Diözese Bururi in Burundi, hat die benötigte Unterstützung von Kirche in Not (KIN) erhalten, um sein Pfarrhaus zu renovieren. Das neue Dach kommt genau zum richtigen Zeitpunkt: „Ich glaube, es tat den Christen im Herzen weh, zuzusehen wie das Pfarrhaus ihrer Priester zusammenzubrechen drohte. Jetzt leben wir unter gesunden Arbeitsbedingungen”, schreibt er an Kirche in Not. Die Pfarrei ““Königin der Hoffnung” von Rutovu umfasst zwei Städte mit fast 32.000 Katholiken und mit ca.

ACN-20150814-2919850 000 Einwohnern. Die Christen von Rutovu leben nicht in Dörfern, wie in anderen Teilen Afrikas üblich, sondern auf Hügeln rund 110 km von der Hauptstadt Bujumbura entfernt. Oft kommt Pater Nijimbere spät in der Nacht völlig erschöpft, nach einem Tag zu Fuß in den Bergen, nach Hause zurück. Er ist froh, endlich „in ein Gebäude mit einem neuen Dach zu leben, ohne jegliche Sorge, dass der Regen durch das Dach ins Zimmer tropft.” Umso mehr macht er sich um seine Gläubigen Sorgen, vor allem um die jungen Menschen und um die HIV/Aids-kranken Frauen. Das Land ist in einem  totalen Chaos versunken. Die Institutionen sind völlig gelähmt. Die Bevölkerung lebt unter sehr prekären Bedingungen.

 

Offenen Dialog

Ankunft des „Kreuzes der Jugend“

Ankunft des „Kreuzes der Jugend“

„Wir leben in einem Land, das die Grausamkeiten des Krieges erlebt hat, deren Folgen immer noch zu spüren sind, besonders bei den Jugendlichen”, erklärt Pater Nijimbere. Ihre Seelsorge ist von größter Bedeutung: Sie prägt das Gemeindeleben von 2014-2015, sie hilft ihnen, sagt er, „die Hindernisse zu überwinden, die ethnische und rassische Spaltungen geschaffen haben, um ein friedliches Zusammenleben zu erreichen.” Viele Treffen werden organisiert um, erleuchtet durch das Wort Gottes, Momente des offenen Dialogs wiederzufinden und somit zwischen den jungen Kontrahenten ein Klima der Entspannung und der Versöhnung zu schaffen. So feierten vom 12. bis zum 29. August 2014, im Rahmen der Konsolidierung des Friedens, über 1.400 junge Teilnehmer die Ankunft des „Kreuzes der Jugend“ in der Rutovu Pfarrei. „So wie das Salz der Nahrung Geschmack verleiht und sie vom Ausrotten bewahrt”, schreibt P. Nijimbere, „so soll die Jugend das Zeichen der Hoffnung sein, in einer Welt, die von so viel Gewalt, Ungerechtigkeit, Armut in den Familien, chronischen Krankheiten (wie AIDS), geprägt ist… So wie das Licht die Finsternis anstrahlt, so soll die Jugend ein leuchtendes Zeichen auf der Welt sein.”

 

Kleinen Christlichen Gemeinschaften

Mit diesem Ereignis werden Jahren der Katechese und der Arbeit in “Kleinen Christlichen Gemeinschaften” gekrönt: alle Christen, die auf dem gleichen Hügel leben, teilen sich die gleiche Wasserquelle und auch das gleiche Brennholz. Sie kennen sich untereinander. Sie helfen sich gegenseitig und treffen sich wöchentlich immer an derselben Stelle. Da bauten sie eine Kapelle, um das  Wort Gottes zu teilen und auch Probleme zu besprechen. Die Seelsorge der „Kleinen Christlichen Gemeinschaften“ ist „eine Seelsorge der Nähe”, erklärt P. Nijimbere: “Nun diene ich seit knapp zwölf von 14 Jahren dieser Rutovu Pfarrei. Ich kenne fast jede Familie, diejenigen, denen es gut geht, genauso wie diejenigen, die in Not sind. Wie Jesus muss der Hirte für jene kranke Schaf sorgen, und für diejenige, die den Weg zur Kirche nicht mehr finden, um Kraft in den Sakramenten zu tanken.“ Die Seelsorge der „Kleinen Christlichen Gemeinschaften“ setzt das Konzept der „Kirche Familie Gottes” direkt in die Praxis um, wie von der gesamten Kirche in Burundi sowie von der Diözese Bururi angewandt.

Bischof Mgr. Venant Bacino

Bischof Mgr. Venant Bacino

Auch der Bischof der Diözese, Mgr. Venant Bacino, wurde selbst in der Rutovu Pfarrei geboren, die in diesem Jahr 2015 ein doppeltes Jubiläum feiert: das goldene Jubiläum der Priesterweihe von Mgr. Venant Bacino und das 75-jährige diamantene Jubiläum  der Pfarrei, das am 15. September 2015 stattfindet. Seit ihrer Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg steht die Pfarrei unter dem Schutz der Heiligen Jungfrau Maria, und hat den Namen „Königin der Hoffnung” bekommen. Ihre Entwicklung durch die Zeit verlief nicht ohne Zwischenfälle, die so P. Nijimbere, „das Leben vieler unschuldiger Zivilisten gekostet haben – jeweils in 1965, 1969 und 1972 mit dem Völkermord von 1972 und von 1993. Ein paar Jahre nach den blutigen Ereignissen von 1972, zwang das Aufkommen des diktatorischen kommunistischen Regimes von Präsident Bagaza, die Missionare dazu, nach Europa zurückzukehren. „Das war der Beginn von mehr als zehn Jahren der Verfolgung. Die Pfarrgemeinde hat sehr gelitten, weil ihre Verankerung in der Region nicht fest genug war. Und die aktuellen Spannungen lasten auf einer mittellosen Bevölkerung. Da sie auf einem bergigen und trockenen Boden lebt, muss sie nicht nur der Witterung trotzen, sondern auch noch unter dem Mangel an Sicherheit leiden. Ein Zustand, der „in einem neuen Aufstand zu eskalieren droht”, so Pater Joseph-Désiré Nijimbere, nachdem der scheidende Präsident zum dritten Mal wiedergewählt wurde.

 

Vor allem die extremen Witterungsverhältnisse waren die Hauptursache für den schlechten Zustand der Kirche und des Pfarrhauses. Die Unterstützung von Kirche in Not ermöglichte es den Dachdeckern zu bezahlen. Die anderen Arbeiten wurden von den Gläubigen selbst übernommen. Das damit gesparte Geld erlaubte ein Haus mit neun Zimmer für Seminaristen zu bauen, die während der Sommerzeit in die „Kleinen Christlichen Gemeinschaften“ kommen. Zuvor mussten sie zu viert im gleichen Raum schlafen. Das Haus mit dem Namen “Regina Pacis” wird auch den Christen dienen, die die Versammlungen besuchen.

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

Sie können:

  • für ein pastorales Projekt spenden:
    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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