Christlicher Glaube dabei, aus Teilen des Nahen Ostens zu verschwinden

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John Pontifex Kirche in Not UK, der Herausgeber des Berichts

John Pontifex Kirche in Not UK,
der Herausgeber des Berichts

Königstein/Surrey, 13. Oktober. Der christliche Glaube scheint aus zentralen Teilen des Nahen Ostens zu verschwinden, wie aus einem Bericht hervorgeht, in dem von einer Spirale zunehmender Verfolgung die Rede ist. Dieser Bericht soll heute (Dienstag, den 13. Oktober) veröffentlicht werden.

Verfolgt und vergessen? Ein Bericht über Christen, die ihres Glaubens wegen unterdrückt werden, 2013-2015. Dieser Bericht, zusammengestellt von dem internationalen katholischen Hilfswerk Kirche in Not, kommt zu dem Schluss, dass alle gläubigen Christen innerhalb von fünf Jahren verschwunden sein könnten, sollte der Exodus der Gläubigen aus Irak auf dem jetzigen Niveau fortschreiten.

In Syrien ist eine schnellere Abwanderung festzustellen. Dort ist Berichten zufolge die Zahl der Gläubigen von 1,25 Millionen vor Kriegsbeginn 2011 auf heute gerade einmal 500.000 gefallen.
Der Bericht beschreibt, was er als „religiös motivierte ethnische Reinigung“ von Christen durch islamistische Terrorgruppen insbesondere in Irak und Syrien, aber auch in Teilen Afrikas bezeichnet.
Bereits vor Erhalt eines Exemplars übermittelte Papst Franziskus eine Botschaft, in der er seine Unterstützung des Berichts Verfolgt und vergessen? anbot.

Der Kardinalstaatssekretär im Vatikan, Kardinal Pietro Parolin sandte ACN eine Erklärung mit folgendem Wortlaut: „Seine Heiligkeit weiß die Anstrengungen aller, die an der Erstellung dieses Berichts beteiligt waren und die der Welt das Leid und die Not der ihres Glaubens wegen verfolgten Christen vor Augen führen, sehr zu schätzen.“
„So betet er dafür, dass die Verantwortlichen intensiv danach streben, religiöse Diskriminierung und Verfolgung nicht nur in ihren eigenen Ländern auszulöschen, sondern nach immer wirkungsvolleren Wegen zur Förderung einer internationalen Zusammenarbeit zu suchen, damit diese Vergehen gegen die Menschenwürde und Religionsfreiheit überwunden werden.“
Kardinal Parolins Erklärung soll heute von Erzbischof Silvano Tomasi, dem Ständigen Vertreter des Heiligen Stuhls beim Büro der Vereinten Nationen in London, anlässlich der Vorstellung des Berichts verlesen werden.

151013 Map persecution

Purple: extreme Verfolgung

Der Bericht Verfolgt und vergessen? betrachtet Länder von zentralem Interesse im Nahen Osten und andere Länder wie China, Ägypten, Eritrea, Nigeria, Nordkorea, Pakistan, Sudan und Vietnam. Dabei bezieht er sich auf Augenzeugenberichte und Zeugenaussagen.
Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Situation der Christen seit 2013 in 15 der 19 beobachteten zentralen Länder verschlechtert hat.
In 10 Ländern – mehr als der Hälfte – wird die Verfolgung als „extrem“ eingestuft – das sind vier Länder mehr als zum Zeitpunkt der letzten Ausgabe der Berichts, der die Jahre 2011-2013 abdeckte.
Während Islamismus als größte Bedrohung eingestuft wird, vermeldet der Bericht Verfolgt und vergessen? des Jahres 2015 außerdem zunehmende Probleme, die von anderen extremistischen religiösen Gruppen verursacht werden – militante Formen des Hinduismus, Judentums und Buddhismus – wobei die Zahl der Angriffe und deren Grausamkeit zunehmen.
Dem Bericht zufolge üben insbesondere totalitäre Regimes zunehmenden Druck auf die Kirche aus. Christen in Eritrea und Vietnam sehen sich ernsthaften Bedrohungen gegenüber.
Weiter stellt der Bericht fest, dass Christen in vielen Fällen weniger wegen ihres Glaubens verfolgt werden, sondern wegen ihrer empfundenen Beziehungen zum Westen und aufgrund einer Sichtweise, die die Gläubigen mit Kolonialismus in Verbindung bringt.

Erzbischof Jeanbart von Aleppo

Erzbischof Jeanbart von Aleppo

Der Herausgeber des Berichts Verfolgt und vergessen? John Pontifex – Leiter der Abteilung Presse und Information bei Kirche in Not UK – bezeichnete den Bericht als „schockierende Lektüre in schockierenden Zeiten“ und sagte weiter: „Ein kultureller Genozid der Christen radiert die Präsenz der Gläubigen im Nahen Osten, der ursprünglichen Heimat der Kirche, großflächig aus.“
Dem fügte er jedoch hinzu: „Der Bericht Verfolgt und vergessen? ist weit davon entfernt, die gesamte Schuld beim extremistischen Islam zu suchen. Er zeigt vielmehr auf, dass viele der Probleme ihren Ursprung in nicht-muslimischen extremistischen – nationalistischen – Glaubensgruppen und historisch kommunistischen totalitären Regimes haben.“
Der Bericht führt aus, dass der Verlust der Christen im Nahen Osten und anderenorts ein Schlag für das Gemeinwesen ist, denn die Gläubigen agierten als Brückenbauer in zunehmend zersplitterten Gesellschaften.
Im Vorwort des Berichts schreibt Erzbischof Jeanbart: „Wir sehen uns einer der größten Herausforderungen unserer 2000 Jahre währenden Geschichte gegenüber.“
„Trotz unserer Probleme hier im Nahen Osten unternehmen wir alles, um denen zu helfen, denen Nahrung, Kleidung und andere lebensnotwendige Dinge fehlen.“
Als Hilfswerk, das verfolgten und anderen Not leidenden Christen hilft, räumt Kirche in Not der Soforthilfe und seelsorgerischen Unterstützung für vertriebene und geflohene Gläubige im Nahen Osten Priorität ein. So heißt es im Vorwort von Erzbischof Jeanbart: „Mit Gottes Gnade und der fortwährenden Unterstützung von Hilfsorganisationen wie Kirche in Not können wir die dringenden Bedürfnisse unserer Mitmenschen erfüllen.“

Zeugen der Verfolgung kommen im Rahmen der öffentlichen Veranstaltungen zur Veröffentlichung des Berichts Verfolgt und vergessen? Ein Bericht über Christen, die ihres Glaubens wegen unterdrückt werden, 2013-2015 zu Wort:
Mittwoch, 14. Oktober 2015 (19:30 Uhr) – Liverpool Metropolitan Cathedral, Mount Pleasant, Liverpool L3. Eintritt frei.
Donnerstag, 15. Oktober 2015 (19 Uhr) – St Mary’s Cathedral, 20 Huntly Street, Aberdeen, Schottland, AB10. Eintritt frei.
Samstag, 17. Oktober 2015 (10:30 Uhr) – Messe in der Westminster Cathedral, Ambrosden Avenue, London SW1, gefolgt von Gesprächen in der Cathedral Hall. Einlass nur mit Eintrittskarte.
Informationen bei Kirche in Not unter der Telefonnummer 020 8642 8668 oder per E-Mail an acn@acnuk.org

Lesen Sie eine Zusammenfassung des Berichts (Englisch):Persecuted and Forgotten 2015 executive summary

 

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

Sie können:

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    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

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