Der befreite katholische Priester: „Ich glaube weiterhin an den interreligiösen Dialog“

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25/09/2017: Der befreite Pater Teresito „Chito“ Soganub nahm heute Nachmittag auf einer von der philippinischen Armee einberufenen Pressekonferenz teil. Obwohl er nur kurz anwesend war, konnte P. Soganub eine kurze Erklärung abgeben. Darin bat er um Gebete, damit er sich bald von der traumatischen Erfahrung erholt, 117 Tage als Geisel in der Hand einer extremistischen religiösen Gruppe gewesen zu sein.

P. Soganub wurde am Samstagabend um 23.45 Uhr befreit, als Regierungstruppen die Bato-Moschee, eine der drei als Hochburgen der Terroristen angesehenen Moscheen, räumten. Die Soldaten konnten sie wieder einnehmen.

In einem Videointerview mit einem Vertreter der Lokalregierung, das auf der Homepage eines sozialen Netzwerkes veröffentlicht wurde, besteht P. Soganub auf der wichtigen Aufgabe der Prälatur Marawi im interreligiösen Dialog mit der muslimischen Gemeinschaft. „Den Muslimen von Marawi und Süd-Lanao möchte ich sagen, dass ich weiterhin an ein friedliches Zusammenleben von Muslimen und Christen glaube. Wir sind keine Feinde, denn wir glauben an den einen Gott“, sagte P. Soganub. Darüber hinaus dankte der Priester der philippinischen Armee für seine Befreiung.

Gestern bedankte sich auch Bischof Elenito Galido von Iligan, der 37 Kilometer von Marawi entfernten Diözese, bei den Soldaten, die P. Soganub befreiten. „Dies ist eine wirklich gute Nachricht. Ich danke den Soldaten, die P. Chito und den Professor des Dansalan College befreit haben. Wir sind überglücklich und sicher, dass es die Antwort auf unser Gebet ist. Denn wir haben nicht aufgehört, jeden Tag für sie zu beten. Jetzt sind sie frei, Gott sein Dank“, sagte Bischof Galido in einem Interview mit dem katholischen Sender Radio Veritas.

In der Pressekonferenz erklärten die Soldaten, dass P. Soganub nicht körperlich misshandelt wurde. Während der Feuergefechte wurde er jedoch dazu gezwungen, Feuerwaffen zu tragen und sich in derselben Haltung wie die Terroristen in Pose zu werfen.

P. Soganub ist der Generalvikar von Marawi, einer überwiegend muslimischen Stadt in Zentral-Mindanao, der südlichen Inselgruppe der Philippinen. Papst Paul VI. richtete die Prälatur Marawi ein, um philippinischen Muslimen, die während des Kriegsrechts Opfer von Regierungstruppen wurden, die Hand zur Versöhnung zu reichen.

Am 23. Mai 2017 wurde die Stadt Marawi von mehr als 700 bewaffneten Männern umzingelt, die sich als Verbündete des Islamischen Staats ausgaben. Laut der philippinischen Regierung starben infolge des Konflikts bereits 47 Zivilisten, 149 Soldaten der Regierungstruppen und 673 Terroristen. Nach Regierungsangaben flüchteten deshalb außerdem 359.680 Menschen.

Noch ist über den Verbleib der weiteren fünfzig Geiseln nichts Genaues bekannt. Zwanzig von ihnen sind Mitarbeiter der Kathedrale Unsere Liebe Frau.

Von Josemaria E. Claro

 

 

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