„Die Leute haben Angst, dass der IS zurückkehrt“

FacebookTwitterGoogle+

Trotz der Vertreibung des IS aus Al Kariatain werden die Christen wohl nicht schnell zurückkehren

Pater Jihad Yousef

Pater Jihad Yousef

Königstein, 08.04.2016. Nach der Vertreibung der dschihadistischen Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) aus der syrischen Stadt Al Kariatain (Al Qaryatayn) hat sich ein Mitglied der dort ansässigen katholischen Ordensgemeinschaft skeptisch bezüglich einer raschen Rückkehr der Christen des Ortes gezeigt. „Die geflohenen Bewohner, Christen wie Moslems, haben Angst. Sie fürchten, dass der IS wieder zurückkommen kann“, so Pater Dschihad (Jihad) Jussef (Yousef) von der syrisch-katholischen Ordensgemeinschaft von Mar Musa am Mittwoch gegenüber dem internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“. „Eine schnelle Rückkehr der Menschen hängt auch davon ab, wie lange das Stadtgebiet Militärzone bleibt. Außerdem ist die Infrastruktur wie Wasser und Elektrizität weitgehend zerstört. Und viele Bewohner leben ja gar nicht mehr in Syrien sondern sind ins Ausland geflohen.“

Die Mauern der Kirche stehen noch, wenn auch das Dach nicht mehr da ist

Die Mauern der Kirche stehen noch,
wenn auch das Dach nicht mehr da ist

Der syrischen Armee war es zu Wochenbeginn gelungen, den Ort zu zurückzuerobern, nachdem er seit Anfang August vergangenen Jahres von der Terrormiliz besetzt gehalten worden war. Zahlreiche Bewohner waren geflohen. Zeitweise waren neben dem bereits im Mai entführten und im Oktober wieder freigekommenen Ordensmann Pater Jacques Mourad und einem Begleiter auch zahlreiche Christen aus Al Kariatain (Al Qaryatayn) in der Geiselhaft des IS. Das dort befindliche Mar Elian-Kloster der Gemeinschaft von Mar Musa war unmittelbar nach der Eroberung des Ortes in Teilen zerstört worden. Vom IS veröffentlichte Bilder zeigten Bulldozer, die die in Teilen auf das 5. Jahrhundert zurückgehende Anlage planierten.

„Der archäologische Teil ist vernichtet. Glücklicherweise ist aber nicht die ganze Gebäudeanlage zerstört“, berichtete Pater Dschihad (Jihad) gegenüber „Kirche in Not“ weiter. „Die Mauern der Kirche stehen noch, wenn auch das Dach nicht mehr da ist. Leider wurde der Altar zerstört. Außerdem haben sie den Sarkophag des heiligen Elian zertrümmert.“ Es sei aber ein Zeichen Gottes und ein großer Trost für die Gemeinschaft, so Pater Dschihad, dass die Gebeine nicht vernichtet oder entwendet worden seien sondern sich verstreut noch vor Ort befänden. „Die Christen verehren den heiligen Elian sehr. Auch Moslems sind früher an sein Grab gepilgert. Wir wollen die heiligen Reliquien einsammeln und ihnen wieder einen würdigen Platz geben.“ Pater Dschihad (Jihad) zeigte sich zuversichtlich, den zertrümmerten Marmorsarkophag des Heiligen wieder restaurieren zu können. „Bis zu einer möglichen Wiederherstellung des Klosters könnten die Gebeine an einen anderen Ort gebracht werden“, so Pater Dschihad (Jihad).

Entscheidend ist für den Ordensmann aber die geistliche Erneuerung

Entscheidend ist für den Ordensmann
aber die geistliche Erneuerung

Entscheidend ist für den Ordensmann aber die geistliche Erneuerung. „Natürlich hängen wir an dem Kloster. Wir haben viel Arbeit investiert, es zu einem Ort des Gebets und Dialogs zu machen. „Kirche in Not“ hat uns dabei entscheidend unterstützt. Aber wir hängen nicht an Steinen. Unser Jerusalem ist im Himmel. Und bei Gott verliert man nichts. Materie lässt sich wiederherstellen. Viel entscheidender als die Restauration von Steinen und die Widerherstellung des Klosters ist es, die Herzen zu versöhnen“, so Pater Dschihad, dessen Gemeinschaft sich besonders dem Dialog von Christen und Moslems widmet.

„Wir sind den Wohltätern und Betern von „Kirche in Not“ dankbar für ihre Hilfe beim Ausbau des Klosters vor einigen Jahren gewesen. Leider ist es jetzt schwer beschädigt“, betonte Pater Dschihad (Jihad). „Wir bitten die Beter deshalb jetzt für das Gebet für Syrien. Möge der Hass aus den Herzen weichen.“

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

Sie können:

  • für ein pastorales Projekt spenden:
    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Kommentar :

Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pontical Foundation