„Die Leute verlieren jeden Tag mehr, die Hoffnung, zurückzukehren“, sagt Pater in Irak

FacebookTwitterGoogle+

„6. August: ein Tag der Trauer, aber auch der Tag, an dem uns Gott gerettet hat „

Vor einem Jahr mussten zehntausende Christen vor ISIS fliehen – Betroffene erinnern sich

Von Oliver Maksan

6. August

Pater Douglas Bazi in Mar Elias Flüchtlingslager.

Pater Douglas Bazi in
Mar Elias Flüchtlingslager.

Pater Douglas Bazi war wie so viele andere zunächst geschockt vom Ausmaß der Krise. Der chaldäische Priester leitet das Mar Elia-Centre in Erbil. Er erinnert lebhaft an den 6. August. „Ich war in den USA. Als ich von den Nachrichten hörte, kehrte ich sofort zurück. Weil aber der Flughafen Erbil geschlossen war, saß ich zunächst in Ankara fest. Ich traf erst am 7. August in Erbil ein.“ Dort sah der aus Bagdad stammende Geistliche die Not. „Die zehntausenden Menschen, die hier ohne alles ankamen, das hat mich zunächst einfach überwältigt. Die Menschen waren völlig verloren. In ihren Gesichtern stand Zorn, Verwirrung und Verlorenheit. Sie schienen mir wie Körper mit toten Seelen. Manche wollten nicht einmal essen. Sie sagten: Wozu? Um zu leben? Wofür?“ Als ich das sah, dachte ich: Das ist das Ende. Ich versuchte, nach außen Stärke zu zeigen. Aber innerlich war ich zerstört. Was nur können wir jetzt machen? Ich wusste, dass allein in Karakosch (Qaraqosh) 60000 Christen lebten. Wie nur sollten wir so vielen Menschen helfen?“ Schnell ging Pater Douglas aber dazu über, sich ganz auf die Organisation der ersten Hilfe zu konzentrieren.

Weltgebetstag

Computerkurs für christliche Kinder  in der Mar Elias Zentrum

Computerkurs für christliche Kinder
in der
Mar Elias Zentrum

Mittlerweile ist das Leben im Mar Elia-Centre wohl organisiert. Keiner schläft mehr auf dem Boden. Wohncaravans bieten 130 Familien ein würdevolleres Zuhause. Viele Familien haben auch richtige Wohnungen gefunden und sind umgezogen. „Ich versuche die Leute, vor allem die Jungen, zu beschäftigen. Wir bieten Sprachkurse an. Die Kinder erlernen auch Instrumente oder den Umgang mit dem Computer. Aber sie fragen mich: Was kommt als Nächstes? Das macht mir Angst. Vielleicht weiß ich es bald selbst nicht mehr. Und was dann?“, fragt er sich. „Die Leute verlieren jeden Tag mehr, die Hoffnung, zurückzukehren. Ich bin aber überrascht, wie ruhig die Menschen dennoch sind.“ Den 6. August begeht Pater Douglas mit einem Gottesdienst. „Der 6. August ist ein Tag der Trauer, aber auch der Tag, an dem uns Gott gerettet hat. Schließlich sind wir noch am Leben. Wir werden eine Messe feiern. Vergessen können wir nicht, was geschehen ist. Wir werden Gott aber bitten, den Tätern zu vergeben und ihr Denken zu verändern.“ Die Wohltäter von „Kirche in Not bittet er inständig, sich ihrem Gebet anzuschließen. „Wir fühlen die Kraft Ihres Gebetes. Deshalb nur können wir voranschreiten. Es ist als Glieder am einen Leib Christi unsere Pflicht, einander beizustehen. Die Kirche in Mesopotamien sieht sich dem Bösen ausgesetzt. Bitte beten Sie, dass mein Volk angesichts des Teufels stark bleiben kann!“

150804 irak_biddenDas katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ hilft den christlichen Flüchtlingen des Irak auf vielfältige Weise. Unmittelbar nach dem 6. August reiste eine Delegation in den Irak, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Seither wurden etwa sieben Millionen Euro für die Unterbringung und Versorgung der Menschen sowie für die Einrichtung mehrerer Schulen für tausende von Flüchtlingskindern aufgewandt. Für den 6. August ruft das Hilfswerk zum Gebet für die notleidenden Christen des Irak auf. #PrayForIraq #WeAreChristians #6thAugust

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

Sie können:

  • für ein pastorales Projekt spenden:
    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Kommentar :

Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pontical Foundation