Eritrea hungert nach Gott

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Interview – Erste Eindrücke von  seiner Reise nach Eritrea – Pater Andrzej Halemba

acn-20161107-47565Sie waren vor kurzem in Eritrea. Was ist ihr Eindruck von diesem Land?

Es war für mich das erste Mal. Nachdem ich viele Jahre vergeblich versucht habe, nach Eritrea zu reisen, habe ich nun endlich die Genehmigung dazu erhalten.

Etwa 50% der Bevölkerung sind Christen, die andere Hälfte Muslime. Die Mehrheit der Christen gehören der orthodoxen Kirche an. Katholische, orthodoxe und protestantische Kirchen und auch der Islam werden vom Staat anerkannt. Es gibt dort etwa 150 000 Katholiken. Man kann mit Gewissheit sagen, dass Eritrea ein sehr christlich geprägtes Land ist; es gibt eindrucksvolle Kirchen, eindrucksvolle Türme. Aber auch die Spiritualität der Menschen ist eindrucksvoll. Man sieht es in ihren Gesichtern und auch an der Kleidung, die sie tragen. Man kann Frauen in weißen Kleidern sehen, die die Verbundenheit mit der Spiritualität symbolisieren, da sie den Himmel in das Gedächtnis rufen. Sogar die Kleidung schaffen gewissermaßen eine geistige Atmosphäre.

Wie leben die Christen dort?

Aller Schwierigkeiten (die allgemein bekannt sind ) zum Trotz,  können wir sagen, dass das Christentum in diesen schwierigen Zeiten überlebt. Es ist erwähnenswert, dass die Katholische Kirche ihre Selbstversorgung aufrechterhält; sie versucht selbständig zu sein und soziale Projekte zu leiten. Die Katholische Kirche ist die einzige religiöse Organisation im Land, die Kindergärten und Schulen betreut…Ebenso gibt es verschiedene Arten der Förderung von  Frauen, die mit einigen Werkzeugen ausgestattet werden, um selbständig zu sein. Viele Männer mittleren Alters sind in der Armee, und aus diesem Grund müssen die Frauen für die meist großen Familien sorgen. Es gibt viele Familien, die praktisch nur durch die Frauen unterstützt werden. Die Katholische Kirche hat das erkannt und versucht das Problem mit umfassenden Kursen in Hygiene, Kochen, Sticken, Nähen, zu lösen.

Was waren die ergreifendsten Momente ihrer Reise?

acn-20161107-47561Es gab viele ergreifende Momente. Wenn ich einen auswählen soll, so war es für mich als Priester die große Entschlossenheit der Jugend – Priester und Schwestern – zu lernen. Da die Internetgeschwindigkeit nicht sehr hoch ist, müssen sie bis spät in die Nacht aufbleiben, um ihre Hausaufgaben zu machen, Dateien herunterzuladen und um ihre Papiere für den nächsten Tag vorzubereiten. Ich habe sie lange, lange Stunden arbeiten und bis in die Nacht lernen gesehen, damit sie ihren Studienabschluss  bekommen. Das ist großartig, und das gleiche gilt für die Schwestern. Es tut gut zu sehen, wie viele Menschen daran interessiert sind ein Katechet zu werden, um den Menschen die Religion näherbringen zu können. Es ist für sie nicht nur eine Einkommensquelle, ein Gehalt – es ist eine Berufung, die sie spüren.

Es ist bekannt, dass die Priester nicht überall die Messe feiern können, deshalb kümmern sich die Schwestern um die Gemeinden. Sie bereiten Menschen auf die Erstkommunion vor und kümmern sich um die Kranken. Ich erinnere mich an einen alten Mann, der zu ihnen kam und mit den Schwestern sehr vertraut zu sein schien. Sie behandelten ihn wie ihren Großvater. Er war ein Albino. Es war augenscheinlich, dass er krank war und auch andere Probleme hatte, aber er fühlte sich ganz wie zu Hause, was bedeutet, dass sie den Menschen sehr nah sind.

Es war auch sehr ergreifend die Schwestern zu sehen, die das Waisenhaus führen. Es war schön zu sehen, wie die Schwestern von den jüngeren und auch von den älteren Mädchen behandelt wurden; es war wirklich sehr schön sie tanzen, unterrichtend usw. zu sehen.

Ein anderes Bild, das mir vor Augen steht, ist das von einem fast blinden Pater, der ein Waisenhaus führte. Er wurde von einem behinderten Mann gebracht; das Haus war für Waisen und Behinderte bestimmt. Man spürt, dass dieses Haus nicht nur eine Einrichtung ist, sondern eine Art der Familie darstellt, die ihnen sehr am Herzen liegt .

Was ist der wichtigste Punkt für die Arbeit von Kirche in Not

acn-20161107-47567Eritrea hungert nach Gott. Ich kann sagen: Ihre Entschlossenheit und Spiritualität, ihr Hunger nach Bibeln, das ist wirklich großartig. Sie sagten, die Leute würden alles lesen, was mit Religion zu tun hat. Sie möchten es gern haben. Es ist nicht einfach zu bekommen – aber wenn es erhältlich ist, werden sie es kaufen, auch wenn es zu teuer für sie ist. Es gibt viele Berufungen, sowohl für das Priestertum als auch für das religiöse Leben. Als ich im kleinen Seminar war, fragte ich die kleinen Jungen „Warum möchtest du Priester werden?“. Verschiedene Antworten aber schön: „Ich möchte Gott dienen“, „Ich möchte die Menschen führen“ oder „Ich liebe Gott und ich möchte, dass auch andere Gott ebenso lieben“. Nicht alle von ihnen werden Priester werden, weil sie ihren Weg alleine gehen müssen, sie sind entweder der einzige Sohn der Familie und/oder  ihre Eltern möchten es nicht. Einige von ihnen gehen zum Militär und sie können von dort nicht wegkommen, Es gibt einige Hindernisse, aber die Antworten waren schön.

Von Maria Lozano

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