Hoffnung inmitten der Hoffnungslosigkeit

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Eine Geschichte der Barmherzigkeit in Ruanda

Heiligtum der Barmherzigkeit  Gottes in Kigali

Heiligtum der Barmherzigkeit
Gottes in Kigali

Der polnische Missionar Pater Stanislaw FilipekSAC, seit mehr als 30 Jahren in Ruanda tätig,  widmete sich der Verbreitung der Barmherzigkeit Gottes und dem Bau eines Heiligtums der Barmherzigkeit Gottes in Kigali. Zuletzt koordinierte er den ersten kontinentalen Kongress über die Barmherzigkeit Gottes, der im September 2016 in Afrika stattfinden soll.

Während seines Besuchs beim Hilfswerk ACN International sprach er über seine Arbeit, die Göttliche Barmherzigkeit im heutigen Ruanda so vorzustellen, wie sie die weltberühmte Heilige Schwester Faustina Kowalska, die Apostelin der Göttlichen Barmherzigkeit, erfahren hatte.

Hoffnung inmitten der Hoffnungslosigkeit

160517 Santa_Faustina_Kowalska_I“Christus offenbarte sich Schwester Faustina zwischen den beiden Weltkriegen” reflektierte Pater Stanislaw. In einem Moment tiefster Hoffnungslosigkeit, als die Menschen von der Katastrophe betroffen waren und Böses getan worden war, genau in diesem Moment, aus der tiefsten Hoffnungslosigkeit als alles verloren und zerstört war, offenbarte sich Gott als der Barmherzige. Gott kann alles in Ordnung bringen. Er kann Böses in Gutes verwandeln. Wir sind unaufhörlich dazu aufgerufen, dies zu lernen, und dies ist das Leitmotiv unserer Arbeit in Ruanda.“

Die reinigende Erfahrung des Kreuzes

Pater Stanislaw zieht eine Parallele zur Erfahrung Ruandas, indem er eine Geschichte erzählt. “Eine Frau hatte vor etwa 20 Jahren, als sie noch ein junges Mädchen war, ein falsches Zeugnis gegen einen Mann abgelegt, der in einem Haus lebte, das auch ein anderer haben wollte. Aufgrund dieser Falschaussage wurde der Mann zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Er litt sehr unter wachsenden Rachegefühlen, weil er unschuldig im Gefängnis saß. Während seiner Haft hatte er eine persönliche Begegnung mit Jesus. Er bekehrte sich und es begann ein Prozess der inneren Vergebung. Inzwischen bemerkte die Frau, die ihn beschuldigt hatte, dass ihr der Name dieses Mannes beim Gebet nicht mehr aus dem Kopf ging. Ihr Gewissen erwachte und sie vertraute sich einem Priester an. Gemeinsam beschlossen sie, den Mann zu suchen und ihn um Vergebung zu bitten. So begann ein langer Weg der Suche. Sie suchte lange Jahre in den Gefängnissen. Eines Tages erfuhr sie von der Entlassung des Mannes und fand ihn schließlich in seinem Haus. Ängstlich und nicht wissend wie er reagieren würde, bat sie ihn um Vergebung. “Ich habe dir schon vor langer Zeit vergeben” antwortete er. “Ich wollte dir schaden. aber ich habe mich geändert und bin mir jetzt bewusst, dass Gott mich auf einen Kreuzweg schickte – einen sehr schwierigen – aber auf einen, der mich befreite. Und so vergab ich dir.” Er umarmte und küsste sie… “Sie sind jetzt Freunde.”

Gutes aus schlechter Erfahrung

Heiligtum in Kibeho

Heiligtum in Kibeho

Die Verehrung der Barmherzigkeit Gottes “wurde auf fruchtbaren Boden gesät”, sagte der Missionar, “da sich in der Nachkriegszeit eine große Frage ergab: Wie spricht man über Vergebung? In Ruanda hörte ich diese Frage oft: “wer sollte zuerst vergeben”? Es gibt keine einfache Antwort, aber ich wiederhole: Der, der weiser ist, der, der Gott näher ist, der sollte lernen zu vergeben. Man verliert durch Vergebung nicht. Im Gegenteil, man kann nur gewinnen. Ich denke, dass die Worte von Johannes Paul II. Dives in Misericordia („Reich an Erbarmen“) hier sehr nützlich sind. Er sagte, dass die Kunst von Gottes Barmherzigkeit darin besteht, Gutes aus Schlechtem hervorzubringen. Das bedeutet, dass wir uns nicht auf das Schlechte konzentrieren sollten, das wir verursacht oder erlebt haben, sondern auf das Gute, das wir vollbringen können.

Die Aussaat

“Die Idee von Gottes Barmherzigkeit verbreitet sich auf einem ganz einfachen Weg über ganz Ruanda ”, erklärt der Missionar. Die Pallottiner in Frankreich veröffentlichten eine kleine Broschüre über die Verehrung der Barmherzigkeit Gottes mit folgenden Inhalten: dem Rosenkranz der Barmherzigkeit, dem Barmherzigkeitssonntag, der Stunde der Barmherzigkeit usw. Wir haben sie ins Kinyarwanda übersetzt, eine der Amtssprachen. Sie verbreitete sich schnell. Bei einigen Punkten fragten die Bischöfe nach: “Was ist das “die Barmherzigkeit Gottes”. Sie wussten es nicht und fürchteten, dass es sich um eine Art Sekte handelt.” Um das wachsende Interesse in dem Punkt zu beantworten, schlugen die Pallottiner im Jahr 2008 vor, die Verantwortung für die Bewegung der Bischofskonferenz von Ruanda zu übertragen. Sie ist seitdem schnell angewachsen mit nationalen Kaplänen, einem nationalen Komitee von Gruppen der Göttlichen Barmherzigkeit. Vom 9.-15. September 2016 findet in Kigali/Ruanda der erste Kongress der Barmherzigkeit Gottes auf dem afrikanischen Kontinent statt.

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