In der Demokratischen Republik Kongo schlagen die Bischöfe Alarm

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New York/Königstein, 16.03.2017. Die Bischöfe der Demokratischen Republik Kongo warnen eindringlich vor zunehmender Gewalt und politischen Unruhen, die das Land in „Auflösung und Chaos“ stürzen könnten. Die Bischöfe brachten ihr  Mitgefühl für Tausende Menschen, die ihr Leben verloren haben – darunter auch viele Minderjährige, die von verschiedenen Milizen angeworben wurden – , zum Ausdruck. Sie äußerten sich auch besorgt darüber, dass die Krise zu einer Hungersnot und sogar zum Zusammenbruch des Landes führen könnte.

Die Prälaten, die sich im vergangenen Monat (20.-25. Februar 2017) aufgrund der dringenden Notlage zu einer Vollversammlung zusammengefunden hatten, führen die Verschlechterung der Situation auf den Fehler des Präsidenten Joseph Kabila und seiner politischen Gegner zurück, sich nicht an eine historischen Vereinbarung gehalten zu haben, die am 31. Dezember 2016 auf Vermittlung der Bischofskonferenz unterzeichnet wurde und die den Weg für die Präsidentschaftswahl in diesem Jahr geebnet hatte, ohne dass Präsident Kabila eine verfassungswidrige dritte Amtszeit anstreben würde.

In einer Erklärung des internationalen Katholischen Hilfswerks Kirche in Not bestanden die Bischöfe darauf, dass die Rolle der Kirche eben die eines Vermittlers um des Allgemeinwohls willen sei, obgleich eine steigende Anzahl gewalttätiger und tödlicher Angriffe auf die Kirche und ihr Personal offensichtliche Ressentiments  gegen die Rolle der Kirche bei der Vermittlung des Abkommens widerspiegelten.

In der Stadt Bukavu wurden mehrere Angehörige der Kongregation „Die Töchter der Auferstehung“ ermordet. Aus diesem Grund wurden sieben Klöster geschlossen. Im vergangenen Dezember wurde eine Franziskanerin ebenfalls in Bukavu erstochen. Am 12. Februar 2017  brannte ein Mob Jugendlicher die Kirche St. Dominic in Limete, in Kinshasa, nieder.

In einer Nachricht auf den 18. Februar 2017 datierten Nachricht an Kirche in Not berichtete Kardinal Monsengwo Pasinya, der Erzbischof von Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo), von einem Brandanschlag auf das Priesterseminar von Malole in Kananga, der Hauptstadt der Zentralprovinz Kassai. Der Erzbischof berichtet, dass die Täter „gewalttätige Schläger“ gewesen seien, die „unter den Schwestern eines nahegelegenen Karmelitinnenklosters Angst und Schrecken verbreitet haben“.

Dennoch sagten die Bischöfe, dass sie ihrer „prophetischen Rolle in der Begleitung des kongolesischen Volkes“ verpflichtet blieben, damit die Bedingungen der Vereinbarung eingehalten würden.

Die Bischöfe erklärten: „Angesichts der Prüfungen der Gegenwart und um der Gerechtigkeit und des Friedens willen sagen wir „nein“ zu dem, was eine komplette und schnelle Anwendung der Vereinbarung verhindert.“ Sie fordern den Präsidenten, die Opposition und die Zivilgesellschaft zu einem offenen Dialog auf der Grundlage von „Treu‘ und Glauben“ und gegenseitigem Vertrauen auf, um auf den Schrei der Not der Kongolesen zu antworten, die ungeduldig auf die Umsetzung des Abkommens warten.

Sie riefen Polizei und Militär dazu auf, den Frieden landesweit aufrechtzuerhalten, ohne dabei  „übermäßige“ Gewalt anzuwenden. Die Medien des Landes wurden dazu aufgefordert „Polemik“ zu vermeiden und die Öffentlichkeit, um der nationalen Einheit willen, objektiv und umfassend zu informieren.

Die Bischöfe riefen die Gläubigen dazu auf „ihre Gebete für das Land zu intensivieren, dabei zu helfen, das Eigentum der Kirche zu schützen und sich nicht provozieren, entmutigen oder einschüchtern zu  lassen“. Am 26. März 2017, dem vierten Sonntag der Fastenzeit, werden alle Bischöfe eine besondere Messe lesen, um die „mütterliche Fürsprache der Jungfrau Maria, Unserer Lieben Frau von der Hoffnung, zu erbitten,  auf dass der Herr der Demokratischen Republik Kongo und seiner Bevölkerung Frieden und Barmherzigkeit gewähren möge.“

Von Joop Koopman

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