Irak: „Die Rückkehr ermöglichen und Schutzmaßnahmen gewährleisten“

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02/10/2017: Der Kardinalstaatssekretär nahm an einer vom Päpstlichen Hilfswerk Kirche in Not in Rom veranstalteten Konferenz teil, um die Rückkehr der irakischen Christen in ihre Heimat in der Ninive-Ebene zu unterstützen. Kardinal Parolin erklärte, der Heilige Stuhl „hat keine Gelegenheit ausgelassen, um seine Stimme für diese Christen zu erheben. Immer wieder hat er auf die Notwendigkeit hingewiesen, ihnen die Rückkehr zu ermöglichen und die geeigneten Schutzmaßnahmen sowie die Achtung ihrer Rechte zu ermöglichen“. Der Kardinalstaatssekretär dankte für „die Unterstützung zahlreicher christlicher Familien durch das Päpstliche Hilfswerk Kirche in Not in den drei Jahren nach der Invasion durch den selbsternannten Islamischen Staat, damit sie in die Lage versetzt werden, dieser Situation in Würde zu begegnen“. Außerdem sagte er: „es ist viel getan worden, aber es ist noch viel zu tun“. Der Kardinal bat um Hilfe für das Kirche in Not-Wiederaufbauprogramm Zurück zu den Wurzeln. An Kirche in Not gewandt, führte er aus: „Dieser Marshall-Plan für die Ninive-Ebene ist ein weiteres Zeichen Eurer Sorge. Ein Zeichen, dass Ihr Euch der Dringlichkeit des Projekts bewusst seid, sowie Eurer bemerkenswerten Leistungs- und Organisationsfähigkeit“.

Patriarch Louis Raphael I. Sako prangerte in einem Referat den Genozid an den Christen im Irak an. In den letzten Jahren ist ihre Zahl von anderthalb Millionen auf weniger als 500.000 zurückgegangen: „Der eigentliche Grund für diese Diskriminierung ist der Hass der radikalen Muslime, die die Christen verfolgen. Sie haben sie vertrieben, um unser Erbe auszulöschen, unsere Häuser zu zerstören und uns sogar aus der irakischen Geschichte auszuradieren. Dies ist zweifelsohne ein Genozid.“

Patriarch Louis Raphael I. Sako

Auf die Frage, wie die internationale Gemeinschaft verhindern könne, dass diese Tragödie weitergeht, sagte Patriarch Sako: „Wir beten dafür, dass diejenigen, die die Fäden in der Hand haben, ihren Verstand erweitern und aufnahmefähig sind. Besonders die Vereinigten Staaten, die eine moralische Verantwortung haben für das, was im Irak und in der ganzen Region geschieht, sollen eine ‚Diagnose’ der Wirklichkeit erstellen.“ Der Patriarch nannte fünf Bereiche, in denen Handlungsbedarf besteht: die Bildung unterstützen, politische Unterstützung anbieten, die befreiten Gegenden sichern und stabilisieren, und zuletzt den Fundamentalismus und den Terrorismus besiegen.

Der Apostolische Nuntius in Jordanien und im Irak, Erzbischof Alberto Ortega Martín, stellte die „komplexe Lage in der Region“ vor. Als Beispiel nannte er „das vom Präsidenten der Autonomen Region des irakischen Kurdistans Masoud Barzani geförderte Referendum, das am 25. September stattfand.“ Der Erzbischof erinnerte an die Bedeutung der Christen in der Region und rief dazu auf, „alles Mögliche zu tun, damit die religiösen Minderheiten geschützt, die Entwicklungshilfe gefördert und zugleich der Friede vorangebracht wird. Auf diese Weise würde das Problem an der Wurzel gepackt, um das Drama der Auswanderung zu verhindern.“

Die Konferenz, die in Rom vom 27. – 28. September stattgefunden hat, ist „ein Aufruf an die internationale Gemeinschaft – Politiker, Unternehmer, Botschafter und weitere Organisationen – in einem Augenblick, der für die Rückkehr der Christen in ihre Heimat von entscheidender Bedeutung ist“, so der Generalsekretär des Päpstlichen Hilfswerks Kirche in Not Philipp Ozores. „Es ist ein entscheidender Moment, um den Christen aus Ninive zu helfen, damit sie in ihre Heimat zurückkehren können. Wir arbeiten zwar mit Wohltätern aus der ganzen Welt zusammen, um unseren irakischen Geschwistern dabei zu helfen, die Hoffnung lebendig zu erhalten. Ebenfalls unerlässlich ist jedoch die finanzielle und politische Unterstützung der Regierungen, um die Dörfer wiederaufzubauen und die Rechte der Christen abzusichern. Wir sind uns dessen bewusst, dass sich der Irak weiterhin in einer schwierigen Lage befindet. Wir wissen aber auch: Wenn wir den Christen jetzt nicht helfen, brauchen wir morgen nicht mehr darüber zu sprechen.“

Von Maria Lozano

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