Irak: „Wir haben immer noch Angst“

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Königstein 07.12.2016 – Der syrisch-katholische Erzbischof von Mossul, Yohanna Petros Mouche, hat bei einem Besuch in der internationalen Zentrale der Päpstlichen Stiftung Kirche in Not beklagt, dass die Christen trotz der Befreiung der Ninive-Ebene noch immer Angst hätten, in ihre Dörfer zurückzukehren. Es sei „unklar“, wer die Sicherheit in den befreiten Ortschaften gewährleisten werde. Von der Regierung fühle sich der Erzbischof „verraten“.

Militärisch sei der ISIS zwar „am Ende“ und sei aus dem Gebiet vertrieben worden, aber die Ideologie der fanatischen Muslime bleibe. So sei zwei Tage, nachdem die irakische Zentralregierung im Oktober ein Alkoholverbot für das ganze Land verabschiedet habe, in Qarakosh ein Christ, der mit Alkohol gehandelt hatte, von fanatischen Muslimen ermordet worden. „Schockiert“ seien die Christen auch darüber, dass sie in den befreiten christlichen Dörfern rund 75 Prozent der Häuser durch Bewohner der Region niedergebrannt vorgefunden haben. „Warum haben diese Menschen, mit denen wir verbunden waren, das getan? Wir fragen uns, ob das eine Botschaft war, dass sie uns, wenn wir zurückkehren, verbrennen werden“, so der Erzbischof. „Wir haben Angst, mit diesen Leuten weiterleben zu müssen. Wir haben die Befreiung ungeduldig erwartet, und viele wollten sofort zurückkehren, aber die Sicherheit muss erst garantiert werden.“

Es sei jedoch eine „große Freude“, dass nun nach der Befreiung zumindest wieder die Möglichkeit bestehe, dass die Christen in die Ninive-Ebene zurückkehren und dort das „Zeugnis für Christus in unserem eigenen Land fortsetzen“ können.

Erzbischof Mouche dankte allen Wohltätern von Kirche in Not und bat sie weiterhin um ihre Unterstützung. “Unser Appell ist es, dass diese Menschen weiterhin mit uns solidarisch sein mögen und uns mit ihrem Gebet und ihrer materiellen Hilfe unterstützen, damit wir weiterhin Zeugnis ablegen können.“

Das Hilfswerk ruft in der Advents- und Weihnachtszeit dazu auf, den leidendenden christlichen Minderheiten in Syrien, dem Irak und dem Libanon beizustehen, damit sie in ihrer Heimat bleiben können.

Von Eva-Maria Kolmann

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

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Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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