Jerusalem: Beten, wo Jesus gebetet hat

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„Wir wollen unsere Klausur schützen“: „Kirche in Not“ hilft Karmeliterinnen auf dem Jerusalemer Ölberg  Von Oliver Maksan

Zr. Agatha in der erneuerten Zugang

Schwester Agathe in der erneuerten Zugang

„Herzlich Willkommen in unserem neuen Empfangszimmer“, sagt Schwester Agathe freundlich. Die Ordensfrau ist Ökonomin des Klosters der Karmeliterschwestern auf dem Ölberg in Jerusalem. Erst kürzlich wurde der vorher verschachtelte Eingangsbereich zum Kloster neu gestaltet. „Kirche in Not“ hat die Schwestern dabei unterstützt. Ein neues Empfangszimmer wurde ebenso eingerichtet wie ein überdachter Zugangsbereich. Alles ist sauber und hell. „Die Umbauten helfen uns, Gäste besser zu empfangen und gleichzeitig unsere Klausur zu schützen“, so die junge Französin. „Wir verlassen das Haus normalerweise ja nicht. Aber viele Menschen kommen zu uns. Dass wir sie jetzt besser empfangen können, dafür sind wir den Wohltätern von „Kirche in Not“ sehr dankbar. Wir können ihnen am besten durch unser Gebet danken.“

 

Altes Kloster

Schwester Agathe

Schwester Agathe

Bei dem im 19. Jahrhundert errichteten Karmel auf dem Ölberg handelt es sich um den ältesten im Heiligen Land. Das Kloster liegt auf dem Gelände der Pater-Noster-Kirche. Zahlreiche Pilger besuchen täglich das Heiligtum, wo die Stelle verehrt wird, an der Jesus seinen Jüngern das Vater-Unser gelehrt haben soll. Der Text des Gebets hängt dort in zahlreichen Sprachen auf kunstvollen Tafeln an den Wänden. „Unser Herr Jesus Christus hat hier auf dem Ölberg gebetet. Das trägt unser Gebet“, erklärt Schwester Agathe. „Wir leben nach der Spiritualität der großen heiligen Theresa. Sie hat Wert auf die Betrachtung der heiligen Menschheit Christi gelegt. Hier im Heiligen Land, besonders aber hier in Jerusalem ist es leicht, sie sich vorzustellen. Christus hat sich hier gefreut, aber auch gelitten und ist schließlich am Kreuz gestorben.“

 

Dem Frieden dienen

150901 karmel_kloostermuurDas Kloster liegt im arabischen, überwiegend muslimischen Ostteil Jerusalems. „Ich bin immer wieder neu davon berührt, wie heilig Jerusalem im Glauben so vieler ist. Wir hören hier den Muezzin zum Gebet rufen aber auch die Geräusche der Bar Mitzwa-Feiern der Juden. Wie sehr wünschten wir uns, dass Gerechtigkeit und Friede herrschten.“ Mit den Moslems im Viertel kommen die Schwestern gut klar. „In Frankreich schaut man uns Schwestern schräg an, wenn wir im Habit auf die Straße geht. Hier ist das anders. Man respektiert uns. Als eine libanesische Mitschwester verstarb, haben muslimische Nachbarn sogar Blumen gebracht“, berichtet Schwester Agathe.

Die oft von Gewalt und Hass bestimmte Realität des Heiligen Landes geht derweil trotz der hohen Klostermauern nicht spurlos an den Schwestern vorbei. „Immer wieder kommt es hier in der Gegend zu Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern. Direkt vor unserer Tür fliegen dann Steine. Das geht uns natürlich nahe. Wir lieben Jerusalem und das Heilige Land schließlich. Wir wollen durch unser Gebet dem Frieden im Heiligen Land dienen.“

Doch die Schwestern beten nicht nur für das Heilige Land. „Wir sind hier im Zentrum der Kirche. Wir beten deshalb für die großen Anliegen der Kirche und des Papstes.“ Die Anliegen der Pilger kommen aber auch nicht zu kurz. „Besucher aus aller Welt hinterlassen auf kleinen Zetteln in der Grotte, in der Christus mit den Aposteln gebetet hat, ihre Intentionen. Wir nehmen das auf. Einmal im Monat feiert ein Priester auch eine Messe dafür“, so Schwester Agathe.

 

Internationale Gemeinschaft

Grab von St. Mariam von Ibellin

Grab von St. Mariam von Ibellin

Die Kontemplation bestimmt das Leben der Schwestern. „Unser Tag ist genau geregelt. Gemeinsame Gebetszeiten wechseln sich ab mit den Aufgabe der einzelnen Schwestern.“ Dazu gehört der Empfang der Besucher, aber auch die Ornamentenstickerei, das kunstvolle Trocknen von Blumen, die Herstellung von Konfitüre und anderen Spezialitäten, aber auch die Arbeiten, die im Haus anfallen. 16 Ordensfrauen aus aller Welt leben in dem Kloster. „Das ist eine gute Stärke. Wir ziehen vor allem internationale Kandidatinnen an. Wir hätten aber gerne mehr lokale Schwestern“, sagt die Ordensfrau. „Wir hoffen, dass die im Mai erfolgte Heiligsprechung unserer palästinensischen Mitschwester Mariam von Ibellin uns im Heiligen Land neue Aufmerksamkeit bringt.“

Kirche in Not bezahlte 21.500 € für die Sanierung von dem Eingang zum Kloster.

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

Sie können:

  • für ein pastorales Projekt spenden:
    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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