Koptisch-katholischer Bischof in Ägypten: „Welche Kirche ist stärker?“

FacebookTwitterGoogle+

Koptisch-katholischer Bischof: Die ISIS-Morde an Kopten in Libyen haben Ägypten vereint„Die Kirche in Ägypten ist durch die Ermordung unserer Brüder in Libyen gestärkt worden.“ Das sagte der koptisch-katholische Bischof von Sohag in Ägypten, Jusef Abul-Cher (Youssef Aboul-Kheir), am Mittwoch (18.2.2015) gegenüber dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Der Bischof erklärte weiter: „Verfolgung gehört zum Leben der Kirche. Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Kirche. In Europa ist die Kirche frei. Wir hier sind hingegen vielen Hindernissen ausgesetzt. Aber welche Kirche ist stärker?“ Die von der islamischen Terrormiliz ISIS in Libyen ermordeten koptischen Gastarbeiter seien echte Märtyrer, so der Oberhirte. „Sie sind einen heiligen Tod mit Gebeten auf den Lippen gestorben. Sie sind wie die ersten Christen in den Tod gegangen.“

articleimgDer Bischof betonte, dass er nach dem Bekanntwerden der Morde am Sonntag viele Anrufe von muslimischen Freunden erhalten habe.„Sie haben mir gesagt, dass es ihr Problem ist noch bevor es unseres ist. Ägypten und die Ägypter seien angegriffen worden, nicht in erster Linie die Christen.“ Es sei zwar die Absicht der Terroristen gewesen, Christen und Muslime in Ägypten zu spalten, so Bischof Abul-Cher. „Aber dieser Plan ist nicht aufgegangen. Ganz im Gegenteil. Viele Muslime sind zornig wegen der Morde. Präsident Sisi hat das Oberhaupt der koptischen Kirche besucht, um ihm sein Beileid auszudrücken. Und der Premier ist in den Heimatort der Ermordeten gefahren. Man sieht: Das Attentat hat uns Ägypter vereint.“

Bischof Abul-Cher räumte aber ein, dass er die Extremisten in Ägypten selbst fürchtet: „Ich habe Angst vor den Salafisten im Land. Sie sprechen mit gespaltener Zunge. Die Moslembruderschaft ist ohnehin gegen die Gesellschaft. Es gibt also eine innere Gefahr in Ägypten selbst.“ Angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen äußerte Bischof Abul-Cher die Sorge, dass Personen mit extremistischen Überzeugungen gewählt werden könnten: „Das kann passieren, weil viele Kandidaten dem Volk unbekannt sind.“

Es sei aber wichtig, dass das nächste Parlament etwa das drängende Problem des Kirchenbaus angehe, der bislang vielfachen Beschränkungen unterworfen ist. „Es ist entscheidend, dass wir Christen in Ägypten endlich als gleichberechtigte Bürger leben können“, betonte Bischof Abul-Cher. Es müsse auch eine Reform des religiösen Diskurses seitens der führenden muslimischen Autoritäten in Ägypten geben. „Die Azhar-Universität gilt als mäßigende Kraft. Aber tatsächlich finden sich in ihren Lehren und Programmen viele Dinge, die alles andere als gemäßigt sind. So wird zum Beispiel die Gewaltanwendung im Falle des Glaubensabfalls eines Moslems gerechtfertigt. Das steht im Widerspruch zu moderaten Auffassungen. Die Azhar-Universität muss ihr Programm korrigieren“, so der Bischof.

 

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

Sie können:

  • für ein pastorales Projekt spenden:
    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Kommentar :

Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pontical Foundation