Marawi: „Entweihte katholische Kathedrale zurückerobert“.

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Louvain 08/09/2017: Nach mehr als drei Monaten haben die Streitkräfte der Philippinen (AFP) die St. Marien-Kathedrale in Marawi geräumt und zurückerobert.

Die Kathedrale war am 23. Mai 2017 von ISIS-nahen Terroristen entweiht und zerstört worden. Die philippinische Armee musste die Kirche von Sprengfallen befreien. Die AFP hat auch Aufnahmen von den Ruinen der Kathedrale veröffentlicht.

Das besagte Video zeigt die von Kugeln durchsiebten Wände der Kathedrale und Fragmente zerstörter Ikonen und anderer Gegenstände, die auf dem Boden verstreut liegen. Der Altar wurde komplett zerstört, und es ist nur eine einzige enthauptete Statue stehen geblieben.

Außer der Kathedrale konnten die philippinischen Soldaten auch die Große Moschee, die größte Gebetsstätte für Muslime in Marawi, räumen. Obwohl sie nicht so verwüstet war wie die katholische Kathedrale, gab die Armee bekannt, dass die Terroristen Löcher und Tunnel unter der heiligen Stätte gegraben hatten und Schießscharten in die Mauer der Moschee gebohrt hatten, um die Regierungstruppen in Feuergefechte zu verwickeln.

In den vergangenen drei Monaten hatte das Militär umfangreiche Bombenangriffe auf die Stadt Marawi ausgeführt, aber aus Respekt gegenüber den Maranaos, der muslimischen ethnischen Volksgruppe, für die Marawi seit Jahrhunderten eine Heimat ist, bewusst die Bombardierung der Moscheen vermieden.

Laut Norodin Alonto Lucman, einem der Häuptlinge der Maranao, ist es Muslimen verboten, die Moscheen für Aktionen, die Muslimen und Nicht-Muslimen schaden, zu benutzen.

„Das zeigt nur, dass diese Leute keinen Respekt vor jedweder Religion haben, egal ob es sich um Christen oder Muslime handelt,“ sagt Lt. Gen. Carlito Glvez, Jr., Leiter des West Mindanao Kommandos der AFP.

Muslimische Geistliche haben ungeachtet der Drohung der Terroristen, jeden Muslim, der ISIS kritisiert, zu töten, die Zerstörung der Kathedrale angeprangert,.

Am 25. August 2017 berichtete die Lokale Zeitung The Philippine Star, dass muslimische Polizisten und Soldaten im Masjid Saad Huzam Almusairi, das sie ebenfalls von den Maute zurückerobert hatten, gebetet haben. Dies war die erste Jumaah-Gebetszeremonie im Masjid Saad seit dem 23. Mai.

Der Abgeordnete Zia Alonto Adiong, Sprecher des Provinzkomitees für Krisenmanagement von Marawi, das der Behörde des Gouverneurs in Lanao del Sur untersteht, sagte, dass christliche Polizisten und Soldaten dabei helfen würden, die Gebetsstätte zu säubern und ihre Umgebung zu sichern.

„Das war wieder ein stillschweigender Hinweis darauf, dass dieser Konflikt kein Konflikt zwischen Muslimen und Christen ist. Beide Gruppen arbeiten zusammen und stellen Gesetz und Ordnung in Marawi City wieder her“, sagt Adiong.

Unterdessen erklärte der Bischof von Marawi, Edwin dela Peña, in einem Interview mit Kirche in Not am Anfang des Monats, dass die Prälatur damit beginne, Pläne für den Wiederaufbau und die Wiederherstellung in Marawi zu entwerfen.

Auf die Frage, ob es bereits konkrete Pläne für den Wiederaufbau der Kathedrale gebe, antwortete Bishop dela Peña: „Wichtiger als der Wiederaufbau der Kathedrale ist die Wiederherstellung der christlichen Gemeinde und ihrer guten Beziehungen zu den Muslimen, die in Marawi leben.

Am 8. August 2017, spendete Kirche in Not $30.000, für Hygieneartikel, die an 1.500 Binnenvertriebene (IDPs) aus Marawi City verteilt wurden.

Bischof dela Peña dankte Kirche in Not für die Spende, bat aber alle Christen darum, dabei zu helfen, die IDPs der Prälatur von Marawi und der Diözese von Iligan zu unterstützen. Der Bischof drückte die Hoffnung aus, dass die Christen sich dessen bewusst werden mögen, dass Christus auch in den leidenden Nicht-Christen gegenwärtig sei.

„Wenn wir unserer Mission nachgehen, unterscheiden wir nicht, ob die Menschen, denen wir helfen, Christen sind oder nicht. Und so hoffe ich, dass wir bei unserer Hilfe nicht mehr auf die religiöse Zugehörigkeit achten, sondern wir helfen, weil der Herr uns sagt, dass es dein Bruder und deine Schwester ist. Wir helfen, weil es nötig ist und weil uns Gott dahin ruft, wo es eine Not gibt,“ sagt Bischof dela Peña.

Es gibt noch etwa 30-45 Mitglieder von zuvor 200 schwerbewaffneten ISIS-nahen Terroristen, die noch eine geschätzte Fläche von 600 m² in Marawi kontrollieren. Sie halten weiterhin etwa 56 christliche Geiseln gefangen, darunter den Generalvikar der Prälatur, Pater Teresito “Chito” Suganob.

Von Josemaria E. Claro

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