Nothilfe von „Kirche in Not“ für die Opfer des Erdbebens in Ecuador

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Viele Kirchen und kirchliche Einrichtungen sind zu 100% zerstört

160421 ecuador_port0viejo3Wasser, Decken, Taschenlampen, Lebensmittel, Medikamente, Kerzen, Matratzen, Zelte … Sie bitten um alles, weil sie nichts haben. Die Lage in den Küstenregionen Ecuadors ist wirklich dramatisch, als würden sie einen Horrorfilm erleben. Sie brauchen Hilfe und sie brauchen sie sofort. Die Zeit vergeht und die Lage verschlechtert sich rapide. „Die Leichenverwesung verursacht Seuchenherde. Die Menschen sind verzweifelt“, sagt Erzbischof Lorenzo Voltolini Esti von der Erzdiözese Portoviejo, in einem Brief an „Kirche in Not“. Das päpstliche Hilfswerk hat eine erste Nothilfe zugesagt für die Grundversorgung, der unterschiedliche Wiederaufbauprojekte folgen werden.

Die zur Provinz Manabí gehörenden Ortschaften Jama, Pedernales, Cojimíes, San Isidro und Portoviejo sind teilweise zu 90% zerstört, erklärt der ecuadorianische Erzbischof. Die Häuser aus Misch-Tragwerk – Schilfrohr, Holz und Ziegelstein – in den Vorstädten wurden schwer getroffen. Die Menschen haben ihre Häuser verloren. Sie schlafen auf Landstraßen, auf Plätzen oder an offenen Stellen, weil sie Angst vor Nachbeben haben, die ständig die Region erschüttern. Laut dem amtlichen Institut für Geophysik von Ecuador wurden seit dem Samstag, 16. April, mehr als 550 Nachbeben festgestellt. Wahrscheinlich werden in den nächsten Wochen weitere Nachbeben von einer Stärke zwischen 3,5 und 6,0 folgen.* Diese Fakten kennt die ecuadorianische Bevölkerung, die sich davor fürchtet.

160421 ecuador_port0viejoDie Sportstadien und -hallen wurden zu Stätten umfunktioniert, in denen die Leichen identifiziert werden und gemeinsame Totenmessen stattfinden. Jeden Tag steigt  merklich die Zahl der Toten. Obwohl es kaum Chancen besteht, Lebende zu bergen, besteht zurzeit die wichtigste Aufgabe darin, unter den Trümmern nach Vermissten zu suchen, „auch wenn wir nicht über die dafür erforderlichen Werkzeuge verfügen“, so Erzbischof Voltolini.

Zum Schmerz über die Toten, die Vermissten und die Verletzten kommen die psychischen Schäden hinzu, die die Überlebenden erlitten haben. Dies trifft besonders Kinder und ältere Menschen, da sie am verletzlichsten sind und ganz allein da stehen. Laut dem Bericht des Nationalausschusses für Risikomanagement Ecuadors werden mehr als 4 600 Verletzte betreut. In die eingerichteten Aufnahmelager wurden bislang etwa 20 500 Menschen aufgenommen.

 

Kirchen und kirchliche Einrichtungen, die nie wieder genutzt werden können

Einige Kirchen in Portoviejo, Pedernales und Montecristi sind zu 100% zerstört, wieder andere zu 80%. Dazu zählen Pfarrkirchen, Räume für die 160421 ecuador_port0viejoKatechese, Pfarrhäuser, Ordenshäuser, Kraftfahrzeuge für die pastorale Arbeit, Ausbildungsstätten, Aufnahmeeinrichtungen… Zu den Räumlichkeiten, die nicht ganz eingestürzt sind, ist der Zugang erschwert, oder sie sind wegen der vielen Risse im Mauerwerk einsturzgefährdet. Die Schäden sind zwar noch schwer zu beziffern. Die Erzdiözese Portoviejo geht aber davon aus, dass sie etwa 10 Millionen Dollar betragen werden.

Viele ländliche Regionen konnten bislang noch nicht betreut werden. Die Zahl der Opfer und die Höhe der Schäden sind unbekannt. „Die wenigen Nachrichten, die wir über sie erhalten, bekommen wir vereinzelt von Pfarrern, Ordensleuten oder örtlichen Pastoralreferenten“, betont Erzbischof Voltolini. Er schätzt, dass etwa 75 % der Gebäude und Einrichtungen in diesen ländlichen Regionen zerstört sind.

Bislang beklagt die Kirche in Portoviejo den Verlust von zwei Ordensfrauen und fünf Postulantinnen des Instituts „Hijas del Hogar de la Madre“. Dazu kommen drei schwerverletzte Priester.

 

Die Kirche ist Mutter für die, die am meisten leiden

Bitte beten Sie für die Menschen in Ecuador

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Menschen in Ecuador

„Unsere Hände sind leer“ – Mit diesem Verzweiflungsschrei wendet sich der Erzbischof in seinem Brief an das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“. Angesichts der schweren Lage bittet er um Unterstützung in diesem ersten Schritt der humanitären Hilfe. „Bislang werden die Hilfsgüter von den Pfarreien über den Pfarrer oder Pastoralreferenten verteilt. Wir möchten damit das barmherzige und mitfühlende Antlitz Christi und seines Leibes, der Kirche, zum Ausdruck bringen“, heißt es in dem Brief. „Jede Mutter hilft immer ihren Kindern, auch denjenigen, die sich aus irgendwelchen Gründen von ihr entfernt haben. Die Kirche ist Mutter und muss als solche handeln.“

Der Erzbischof bittet um Gebete für seine Gläubigen und dankt für die „bewährte Nächstenliebe“ von „Kirche in Not“.

 *Bericht von Caritas Ecuador vom Mittwoch, den 20. April.

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