„Papst hat Denken über Christen verändert“

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Ein jordanischer Priester meint: Der Papstbesuch auf Lesbos sendet Botschaft an arabische Staaten, mehr für Flüchtlinge zu tun

Von Oliver Maksan

Botschaft ohne Worte

Nahrungsmittelverteilung auf Lesbos

Nahrungsmittelverteilung auf Lesbos

Königstein, 26.04.2016. Der Solidaritätsbesuch des Papstes auf Lesbos am vergangenen Samstag hat eine eindringliche Botschaft an die arabischen Staaten gesendet, mehr für Flüchtlinge vor allem aus Syrien und dem Irak zu tun. Davon ist Pater Khalil Jaar, Priester des Lateinischen Patriarchats in Jordanien, überzeugt. Gegenüber dem internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“ sagte Pater Khalil, der sich seit Jahren um christliche Flüchtlinge aus dem Nahen Osten kümmert, am Donnerstag: „Papst Franziskus hat durch seinen Besuch auf Lesbos gezeigt, dass es ihm um jeden Einzelnen geht. Die Menschen in Not sind ihm nicht egal, weil sie Gott nicht egal sind. Er hat damit ohne Worte denjenigen arabischen Ländern, die bisher keine oder kaum Flüchtlinge aufgenommen haben, eine eindringliche Botschaft gesendet.“  Der Papst, meint Pater Khalil, habe durch sein Beispiel gezeigt, dass eine Lösung der Flüchtlingskrise möglich sei, wenn alle zusammenarbeiteten. „Warum soll nur Europa die Last der Flüchtlinge tragen? Wenn alle zusammenhelfen, ist es für alle einfacher. Und den Menschen in Not ist am besten und schnellsten geholfen.“

Liebe und Demut

Priest Khalil Jahr mit ein Mitarbeiter auf Lesbos

Priest Khalil Jahr mit ein
Mitarbeiter auf Lesbos

Papst Franziskus war vergangenen Samstag zu einem Kurzbesuch auf die griechische Insel gekommen, um Flüchtlinge zu treffen und ihnen seine Solidarität zu bekunden. Pater Khalil hatte auf Einladung der griechischen Regierung wie kirchlicher Stellen ebenfalls an dem Besuch teilgenommen. „Ich konnte auf Lesbos mit syrischen Flüchtlingen sprechen, nachdem der Papst ihnen begegnet war. Sie waren alle Moslems. Sie haben mir gesagt, dass das liebevolle Beispiel des Papstes ihr Denken über die Christen verändert habe. Die meisten waren erstaunt angesichts so viel Liebe und Demut. Sie hätten das nicht erwartet, sagten sie mir“, so Pater Khalil.

Moslems und Christen

Unterbringung und Verpflegung

Unterbringung und Verpflegung

Kritik an der Geste des Papstes, auf dem Rückflug nur muslimische und keine christlichen Flüchtlinge mit in sein Flugzeug genommen zu haben, um ihnen Zuflucht in Italien zu gewähren, wies Pater Khalil zurück. „Der Heilige Vater wollte auch christliche Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak mitnehmen. Leider waren deren Papiere nicht fertig. Sie werden aber zu einem späteren Zeitpunkt nachkommen. Und letztlich ist doch entscheidend, dass es in der Not nicht auf den Glauben ankommt. Egal ob Moslems oder Christen: Sie sind alle von Gott geliebte Menschen, die unserer Hilfe bedürfen.“

Pater Khalil zeigte sich dankbar für eine Ermutigung  durch Papst Franziskus. „Ich konnte kurz mit dem Heiligen Vater sprechen. Er hat mir dabei gesagt, dass ich mit meiner Arbeit für die Menschen in Not fortfahren solle. Das Beispiel des Papstes hat mich inspiriert und ermutigt. Ich danke „Kirche in Not“, dass es mir hilft, armen Menschen auf der Flucht zu helfen.“

„Kirche in Not“ unterstützt die Arbeit von Pater Khalil in Marka, Jordanien. Er sorgt dort für die Unterbringung und Verpflegung irakischer Christen, die vor ISIS geflohen sind, sowie von Christen aus Syrien. Insgesamt 600 Familien wird so geholfen. „Kirche in Not“ unterstützt in Syrien, dem Irak, Libanon sowie Jordanien zahlreiche Projekte kirchlicher Partner für christliche Flüchtlinge.

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

Sie können:

  • für ein pastorales Projekt spenden:
    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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