Sudan öffnet der Barmherzigkeit die Tür

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Das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr der Barmherzigkeit kann Flüchtlingen dabei helfen, die Kraft zum Verzeihen zu finden, sagt ein Bischof aus dem Sudan.

Bischof Daniel Adwok

Bischof Daniel Adwok

Königstein, 11.02.16 .- In einem Gespräch mit dem katholischen Hilfswerk “Kirche in Not” sagte Bischof Daniel Adwok von Khartum, das vom Heiligen Vater ausgerufene Jubiläum der Barmherzigkeit könne denjenigen Menschen, die am schlimmsten von dem andauernden Bürgerkrieg im Südsudan betroffen seien, dabei helfen, Frieden durch Vergebung zu finden.
Im Heiligen Jahr sind die Christen dazu eingeladen, ihren Fokus auf den barmherzigen Gott zu richten und über ihren Glauben nachzudenken.

Bischof Adwok sagte: „Viele der Flüchtlinge sind verwundete Menschen, viele von ihnen sind traumatisiert, aber wir wollen, dass sie wirklich als Menschen leben, nicht als Leute, die leicht Rache befürworten oder die Waffen zum Kampf ergreifen. Ich denke, es ist ein großartiger Aufruf des Heiligen Vaters, und ich bin sicher, dass die Menschen ihm entsprechen werden.“

Keine Bürgerrechte für Flüchtlinge
Der Konflikt im Südsudan habe in den zwölf Monaten, die dem Ausbruch des Kriegs im Jahr 2011 folgten, mehr als 1,5 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Ganze Gemeinden seien in den angrenzenden Sudan geflohen, um in einem der von der Regierung des Landes kontrollierten Flüchtlingslager einen Zufluchtsort zu finden. Obgleich die Lager eine sicherere Alternative zu der im Süden herrschenden Gewalt böten, führte Bischof Adwok an, dass das Leben für die Flüchtlinge schwierig sei: „Die Christen, die sich dort aufhalten, werden sicherlich nicht schikaniert, aber die Tatsache, dass sie nicht als Sudanesen angesehen werden, bedeutet, dass sie keine Rechte haben. Sie haben nichts. Man kann seine Staatsbürgerschaft jederzeit verlieren.“

Pfarreien sind leer
Bischof Adwok war im vergangenen Monat zusammen mit den anderen Bischöfen aus dem Sudan und dem Südsudan nach Rom gereist und von Papst Franziskus empfangen worden, der sie dazu einlud, die Situation ihrer Diözesen zu erörtern. Während des Treffens habe der Papst die Bedeutung der Ausbildung der Katecheten betont, da viele Christen infolge der Abspaltung des Südsudan über das ganze Land verstreut seien. Bischof Adwok sagte: „Sogar heute gibt es noch Pfarreien und Zentren, die leer sind. Es gibt auch keine Katecheten. Dies war eines der Dinge, von denen Papst Franziskus wollte, dass wir dafür sorgen, dass die Bischöfe im Sudan und Südsudan sie verstehen.

In der Bemühung, die wachsende Zahl christlicher Flüchtlinge zu erreichen, wurden aus jedem Lager vier Laien ausgewählt und zu „Missionaren der Barmherzigkeit“ ernannt, denen der Papst eine besondere Autorisierung gab, um Katechese zu erteilen und die Botschaft von der Barmherzigkeit zu verbreiten. Bischof Adwok sagte, sie seien „Laienseelsorger, die dabei helfen, Konflikte zwischen Einzelpersonen oder Familien zu lösen“. Sie würden dabei helfen, „die Herzen zu erleuchten, um die Botschaft des Mitleids und der Vergebung Gottes aufzunehmen, und sie sind selbst Instrumente des Mitleids und der Barmherzigkeit füreinander.“ Er fügte hinzu, diese Idee sei eine wundervolle Art und Weise, die Christen zu erreichen, die vom Bürgerkrieg betroffen seien. Er sagte: „Wenn man ihnen nur sagt, dass sie vergeben sollen, werden sie es vielleicht hören. Es mag wieder vergehen, aber ich denke, wenn wir es in ihrem Glauben verankern, dem Glauben an Christus, unseren Herrn, der als unser Erlöser gekommen ist und der uns nun einlädt, Sein Erbarmen und Sein Mitleid unseren Brüdern und Schwestern zu zeigen, die falsch an uns gehandelt haben, dann ist es ein großes Geschenk, denke ich.“

160212 savethesaveableKirche in Not unterstützt Schulen
Im neuen „Save the Saveable“-Schulprogramm in der Erzdiözese Khartum hat “Kirche in Not” Kindern geholfen, die durch den Konflikt besonders schutzlos zurückgeblieben sind.
Das Hilfswerk hat drei Schulen in Pfarreien in Außenbezirken von Khartum finanziell dabei geholfen, die Lehrer zu bezahlen und die Schulgebühren für Kinder aufzubringen, die es sich sonst keine Schulausbildung leisten könnten.

Bischof Adwok dankte „Kirche in Not“ für die Hilfe, die das Werk sowohl im Sudan als auch im Südsudan geleistet hat, und bat die Wohltäter darum, weiterhin für den Frieden zu beten. „Im Gebet sind wir vereint und wissen um den Frieden und um die Situation und die Lebensumstände jedes anderen Menschen. Ich denke, das, was uns am jeweiligen Tag unmittelbar einander näher bringen kann, ist, dass wir alle den Blick erheben und den Herrn um Hilfe bitten.“

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

Sie können:

  • für ein pastorales Projekt spenden:
    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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