Syria: Sorge vor dem Winter

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Von Oliver Maksan

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Pater Halemba mit Christen aus Marmita

„Kirche in Not“ unterstützt christliche Flüchtlinge in Syrien

Königstein, 07.09.2015. Die zunehmende Aufnahme von Flüchtlingen aus Nahost in die Europäische Union weckt vermehrt die Ausreisewünsche syrischer Christen. Das sagte Pater Andrzej Halemba, Leiter der Nahost-Abteilung des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“, jetzt während eines Projektbesuchs in Syrien. „Die Diskussionen in Europa werden auch hier wahrgenommen. Viele wollen deshalb gehen, gerade auch Christen. Ich bin oft gefragt worden, ob ich bei der Ausreise etwa nach Deutschland behilflich sein kann. Unsere Arbeit zielt aber darauf ab, den Menschen eine Zukunft in ihrer Heimat zu ermöglichen.“

Ungewisse Zukunft

150908 syrie_marmita_thankyouPater Halemba hielt sich in diesem Jahr zum wiederholten Male in dem vom Krieg gezeichneten Land auf. „Mein Eindruck nach mehreren Besuchen seit Jahresbeginn ist, das die Angst vor noch größerer Instabilität in Syrien zunimmt. Die militärischen Erfolge des „Islamischen Staats“ versetzen besonders die Christen in Angst und Schrecken. Die Zukunft der Metropole Aleppo, wo immer noch viele Christen leben, ist ungewiss.“

Positiv hob Pater Halemba die Arbeit der von „Kirche in Not“ unterstützen Projektpartner vor Ort hervor. „Sie arbeiten immer effizienter und koordinierter zum Wohl der Menschen. Das wird auch von den Betroffenen anerkannt. Als ich jetzt beispielsweise in dem christlichen Ort Marmarita nahe der libanesischen Grenze war, war die Dankbarkeit für die durch unsere  Wohltäter ermöglichte Hilfe überwältigend. Die Menschen sagten, dass unsere Wohltäter ihnen ermöglichten, zu überleben. Ein Junge sagte bei einer Begegnung auf Arabisch nur ein Wort: Schukran, danke. Das hat alle sehr bewegt. Eine alte Frau bat mich mit Tränen in den Augen, den Christen Syriens weiter zu helfen, damit sie bleiben könnten.“

Freiwilligenteam150908 syrie_marmita_vrijwilligers

Marmarita beherbergt derzeit zahlreiche christliche wie islamische Binnenflüchtlinge. „Der Ort ist zum Bersten voll. Es gibt kaum noch verfügbaren Wohnraum für die Flüchtlinge“, so Pater Halemba. Die junge Zahnärztin Sana (Name geändert) leitet ein von „Kirche in Not“ unterstütztes Freiwilligenteam in Marmarita. „Marmarita ist sicher. Wir hören hier keine Bomben und Explosionen. Aber das Leben ist hier mittlerweile sehr teuer geworden und die Menschen haben kaum Arbeit. Den Schwerpunkt unserer Arbeit bilden deshalb Miethilfen, aber auch medizinische Versorgung und Schulstipendien. Knapp 300 Familien beziehen derzeit Mietzuschüsse. Etwa 140 Studenten erhalten Fahrtgeld, um zu ihren Universitäten gelangen zu können, die teilweise weit entfernt liegen.“

Die syrisch-katholische Christin Sana erklärte weiter, dass ihr die Einzelschicksale der Flüchtlinge sehr zu Herzen gingen. „Wir helfen einer Familie, die ein Kind bei einer Explosion in Damaskus verloren hat. Ihr zweites Kind ist jetzt an Krebs erkrankt. Es braucht dringend medizinische Unterstützung.“ Bewegt, so Sana, habe sie auch das Schicksal einer jungen Mutter, die ihren Mann ebenfalls bei einer Explosion in Damaskus verloren habe. „Sie schlägt sich jetzt mit zwei kleinen Kindern durch. Dennoch findet sie noch die Kraft, in unserem Freiwilligenteam anderen Flüchtlingen zu helfen. Das ist ein echtes Beispiel christlicher Nächstenliebe.“

Winterhilfe benötigt

Pater Halemba betonte, dass für „Kirche in Not“ neben der humanitären Nothilfe auch die Unterstützung pastoraler Projekte wichtig sei. „In der Stadt Qusayr 150908 syrie_marmita_kerketwa haben wir die Renovierung einer von Dschihadisten zerstörten Kirche unterstützt. Sie kann jetzt wieder für den Gottesdienst genutzt werden. Das gibt den Menschen Hoffnung, dass es weiter geht. Die Kirche muss den Menschen mit der einen Hand Brot, mit der anderen Hand die Bibel reichen. Der Mensch braucht materielle Hilfe so nötig wie geistliche.“ Sorge bereitet Pater Halemba indes vor allem der kommende Winter. „Sprit und Gas sind knapp in Syrien und sehr teuer. Die Menschen heizen aber damit. Im letzten Jahr starben etwa 50 Menschen wegen der Kälte. Wir werden deshalb besonderes Augenmerk auf die Winterhilfe legen müssen.“

„Kirche in Not“ half den Menschen in Syrien seit Ausbruch des Krieges vor vier Jahren mit über acht Millionen Euro. Derzeit werden etwa 140 humanitäre und pastorale Projekte unterstützt.

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

Sie können:

  • für ein pastorales Projekt spenden:
    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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