Syrien – Christen kehren nach Aleppo zurück

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Der Franziskanerpater Ibrahim Alsabagh berichtet, dass 15 ausgewanderte Familien von der Gemeinde des Lateinischen Ritus bereits in die syrische Stadt zurückgekehrt seien und viele andere auf Rückkehr hoffen.

Aleppo/Königstein, 12.06.2017 – Bei dem kürzlich erfolgten Besuch einer Delegation der Päpstlichen Stiftung Kirche in Not in der kriegszerrissenen und stark zerstörten syrischen Stadt Aleppo versicherte der Franziskaner-Pater Ibrahim Alsabagh, Pfarrer der Kathedrale des Heiligen Franz von Assisi, dem Zentrum der christlichen Gemeinde des Lateinischen Ritus: „Wir sind glücklich bestätigen zu können, dass in den letzten zwei Monaten 15 Familien der christlichen Gemeinde des Lateinischen Ritus nach Aleppo zurückgekehrt sind. Eine Familie kehrte aus Frankreich zurück, eine andere aus Deutschland, drei aus Venezuela und mehrere andere aus Armenien.“

Die Gesamtzahl christlicher Familien anderer Konfessionen und Riten, die nach Aleppo zurückgekehrt sind, ist bis jetzt noch nicht bestätigt aber wir hoffen, dass Hunderte in den nächsten Monaten zurückkehren werden. „Einige der aus Armenien oder Venezuela zurückgekehrten Familien erzählten uns, dass alle Familien dort auch gerne wieder zurückkehren möchten. Zum Beispiel hoffen mehr als 400 Familien, die in Armenien Zuflucht gefunden haben, auf ihre Rückkehr. Es ist bemerkenswert, dass sich diese Familien sicherer fühlen und sie bereit sind zurückzukehren, wenn ihnen die Kirche hilft.“, erklärt Pater Ibrahim.

„Andere christliche Familien aus Aleppo, die bereits in ihre Häuser zurückgekehrt sind, kommen aus anderen Landesteilen, aus anderen Städten wie Latakia, Tartus oder Marmarita. „Die Preise in diesen Regionen explodieren. Folglich wollen diese binnenvertriebenen Familien wieder zurück in ihre eigenen Häuser“, fährt er fort.

Die Situation in der zweitgrößten Stadt Syriens hat sich in den letzten Monaten seit der Zurückeroberung durch die Regierungstruppen Bashar al-Assads Ende Dezember 2016 verbessert. „Obwohl einige Vorstädte am Rande der Stadt weiterhin umkämpft sind, haben die Bombardements aufgehört, und die Sicherheit in den Straßen ist wiederhergestellt. Trotzdem sind die Folgen des Krieges noch sehr präsent. Die Menschen sind stark verarmt, es gibt kaum Arbeit und die Löhne sind, aufgrund des Wertverlustes der Währung, sehr gering. Es gibt nur zwei Stunden Strom am Tag und die Lebensmittelpreise gehen ins Unermessliche. Vor dem Krieg betrug der Gegenwert eines Dollars 50 Syrische Pfund, aber heute sind es 550 Syrische Pfund“, erklärt der Franziskaner-Pater von der Kustodie des Heiligen Landes.

„Die Situation in Aleppo ist heute sicherlich besser. Es gibt Sicherheit auf den Straßen und in den Kirchen. Aber gleichzeitig beginnen wir unter den Konsequenzen des Krieges zu leiden – Armut, dem Mangel an Nahrungsmitteln und anderem Grundbedarf der Familien, zudem gibt es zahlreiche Anzeichen von Traumata als Folge des Krieges“, fährt er fort. „Die wichtigsten Bedürfnisse der Menschen sind einerseits Hilfe, um die Kosten für Lebensmittel, Strom und Gesundheitsvorsorge zu decken. Gleichzeitig helfen wir aber auch mit dem Wiederaufbau der Stadt, was nicht nur den Wiederaufbau ihrer Häuser bedeutet, sondern auch Erziehung und die Ausbildung der Jugend, so dass sie wieder eine Zukunft haben können.“

Pater Ibrahim Alsabagh bedankt sich für die Hilfe von ACN bei dem Wiederaufbau von 270 Häusern, für 170 Stipendien für Primar-, Sekundar- und Hochschulausbildung und für die Ausbildung von 2000 jungen Leuten und Erwachsenen, damit sie Arbeit finden können. „Die Familien, die bereits zurückgekehrt sind, sagen uns, dass sie glücklich darüber sind, dass die Kirche so vielen Menschen hilft“, sagte er Kirche in Not.

Die Hilfe der Kustodie des Heiligen Landes erstreckt sich nicht nur auf die Gemeinschaft des Lateinischen Ritus, sondern auch auf katholische Familien anderer Riten, auf orthodoxe Christen und sogar Muslime. „Christus ermahnt uns jedem zu helfen, unabhängig von ihrem Glauben“,  sagt Pater Ibrahim. Er sprach in der Kathedrale des Heiligen Franz von Assisi, dem Sitz des apostolischen Vikariats von Aleppo.

Er schloss mit einem erneuten Dankeschön an jeden von außerhalb der diese Hilfe unterstützt. „Ich bin sehr dankbar. Im Namen aller Christen Aleppos und all der Familien des Lateinischen Ritus möchte ich Ihnen meinen aufrichtigsten Dank aussprechen. Wir beten für jeden von Ihnen um Frieden in Ihren Herzen und in Ihren Ländern und dass Sie niemals die schrecklichen Erfahrungen, die wir hier in Syrien erlebt haben, machen müsst.

Von Josue Villalón

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