SYRIEN: „Eine tränenreiche Fastenzeit“

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Eine Apokalypse

In sechs Jahren hat sich das Angesicht von Syrien völlig verändert…

Ein riesiges Ödland von Ruinen, zu Staub gewordenen Gebäuden, ausgebrannten Wohnhäusern, Geisterstädten, Dörfern, die dem Erdboden gleichgemacht  wurden…Und mehr als 12 Millionen Syrer (die Hälfte der Bevölkerung) haben kein Dach über dem Kopf…

Sie bilden die größte Zahl an Flüchtlingen seit dem Zweiten Weltkrieg. Mehrere Millionen haben das Land auf der Suche nach einer freundlicheren Umgebung verlassen. Viele sind abhängig von Almosen in elenden Lagern, viele sind ertrunken und viele stehen in langen Schlangen vor Botschaften. Sie wurden zu Nomaden auf der Suche nach einem Land, das sie willkommen heißt. Wie kann Syrien sich aus dieser Qual befreien?

Zerbrochene Familien

Die Familie, das Bollwerk, das die Kirche und die Nation rettete, wurde brutal erschüttert. Nur selten begegnet man noch einer intakten Familie. Die Gewalt hat diese Grundsteine zerschlagen… einige liegen in den Gräbern, andere sind im Exil, in Gefangenschaft oder an der Front.

Es ist eine sehr traurige Situation, die die wenigen, die übrig geblieben sind, in ein Leben als Bettler, in Depressionen und Angst geworfen hat.

Verlobte, die durch den Exodus, die Auswanderung eines der Partner oder die Einberufung zum Militärdienst getrennt werden, können nicht heiraten. Die große Schwierigkeit, eine geeignete Unterkunft zu finden, gibt der verbleibenden Hoffnung den Rest.

Das Kapital für die Zukunft bricht zusammen.

Wie können wir unseren Weg ohne Familien oder mit zerstörten Familien fortsetzen?

Geopferte Kindheit

Die Kinder sind am verwundbarsten. Sie haben allzu teuer für diese erbarmungslose Grausamkeit bezahlt. Nach Angaben der Unesco gehen mehr als drei Millionen syrische Kinder nicht in die Schule, denn das physische Überleben hat Vorrang. Und diejenigen, die noch in die Schule gehen, sehen das Unterrichtsniveau beträchtlich sinken, da die noch verfügbaren Schulen überfüllt und viele Lehrer geflohen sind. Das Erziehungssystem bricht vollständig zusammen. Zentren, die psychologische Hilfe anbieten, werden überrannt und sind überfordert mit der Schwere der Traumata und der psychischen Narben. Wie können wir den Geist dieser Kinder, der durch Gewalt und barbarische Szenen geschädigt wurde, wieder herstellen?

Bedrohte Pfarreien

Pfarreien, die die Zahl der Gläubigen stark sinken sehen, was einhergeht mit einem Nachlassen der pastoralen Aktivitäten, berauben die Priester ihres unterstützenden Netzwerkes und lassen sie ohne die notwendige menschliche und geistliche Unterstützung zurück- Die Kirche von Damaskus hat ein Drittel ihrer Priester (27) fliehen sehen, was einen wirklichen Rückschlag darstellt und den Platz und die Rolle der christlichen Minderheit schwächt, die ohnehin schon im Schrumpfen begriffen war.

Andere Priester, die noch bleiben, fühlen sich nicht sicher und denken über ihren möglichen Weggang nach.

In dieser Wartestellung leisten sie den notleidenden Familien soziale und humanitäre Hilfe.

Wie können wir diesem alarmierenden Ausbluten Abhilfe schaffen?

Können wir uns eine Kirche ohne Priester vorstellen?

Zwischen Brot und Freiheit

Die Syrer suchen nicht mehr die Freiheit. Sie führen einen täglichen Kampf, um Brot, Wasser, Gas und Heizöl zu bekommen, das von Tag zu Tag knapper wird. Häufige und lange anhaltende Stromausfälle verdunkeln unsere Abende und schränken unser soziales Leben ein.

Unablässig werden verschwundene Brüder, Eltern und Freunde gesucht. Es ist eine Suche, die mit großer Besonnenheit, Sorge und Hoffnung durchgeführt wird.

Einen bescheidenen Ort zum Leben zu finden, einen Unterschlupf in diesem Land der Ruinen, ist der unerfüllbare Traum der Familien und vor allem der jungen verlobten Paare geworden.

Zwischen dem Kampf um die Freiheit und der Suche nach dem täglichen Brot – welchen Weg soll man wählen?

Das kleine syrische Volk lebt unter dieser Verwüstung in großer Bitternis, die man in ihren schweigenden Blicken und ihren Tränenströmen sehen kann.

Diese bittere Fastenzeit 2017 bringt uns eine Zeit in der Wüste, um erneut die Bemühungen der Kirche inmitten unserer leidenden Gläubigen zu betrachten, um sie neu dem auferstandenen Christus entgegen zu führen, dem Licht der Welt, dem Retter der Menschen, der ihnen sagt: „Kommt zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid“ (Mt 11,28).

Fastenzeit 2017

Erzbischof Nassar ist der maronitische Bischof von Damaskus

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

Sie können:

  • für ein pastorales Projekt spenden:
    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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