Syrien: Kinder richten Friedensappell an die Europäische Union und die Vereinten Nationen

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03-10-2016Damaskus/Königstein im Taunus 30.09.2016 – Unter dem Motto: „Frieden für Kinder“ malen und schreiben die Kinder in vielen syrischen Schulen in diesen Tagen Botschaften, die sie an die politischen Verantwortlichen der Europäischen Union und der Vereinten Nationen richten. Außerdem unterzeichnen sie eine Petition. Dieser Friedensappell ist eine gemeinsame Aktion von katholischen und orthodoxen Christen in Syrien, zu der auch die Angehörigen aller Religionsgemeinschaften eingeladen sind.

Als „Botschafter der Kinder“ werden der griechisch-orthodoxe Patriarch Johannes X., der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Aphrem II. sowie Patriarch Gregorios III., das Oberhaupt der Melkitischen Griechisch-katholischen Kirche,  zwischen dem 10. und dem 13. Oktober gemeinsam nach Brüssel und Genf reisen, um die Briefe und Bilder der Kinder hochrangigen Vertretern der Europäischen Union und der Vereinten Nationen zu überreichen.

In Damaskus, Homs, Yabroud, Aleppo, Marmarita und Tartus werden die Kinder aller christlichen Konfessionen zudem den 7. Oktober als gemeinsamen Aktionstag für den Frieden gestalten. In Liedern, Tänzen, Theatervorführungen, Gebeten und anderen Aktivitäten werden sie ihrem Wunsch nach Frieden Ausdruck verleihen. In Aleppo werden dabei einige Kinder von ihren persönlichen Schicksalen berichten. Schwester Annie Demerjian, eine der örtlichen Organisatorinnen, sagt: „Wenn ein Kind nun beispielsweise davon erzählt, es habe seinen Vater verloren, werden wir im Anschluss für alle Kinder in Syrien beten, die ihre Eltern oder Geschwister verloren haben.“

Diese Aktion, die auf eine Initiative der Päpstlichen Stiftung Kirche in Not zurückgeht, ist eine konkrete Reaktion und Antwort auf die gemeinsame Erklärung von Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarch Kirill, die bei ihrem Treffen in Havanna im Februar diesen Jahres den Wunsch und die Absicht bekräftigt hatten, dass sich katholische und orthodoxe Christen in verstärktem Maße mit vereinter Stimme für den Frieden in Syrien und für die verfolgten Christen einsetzen mögen. Die dramatische Lage im Nahen Osten war einer der wichtigsten Anlässe für diese historische Begegnung.

Kirche in Not nahm diese Aufforderung zum Anlass, konkrete gemeinsame Aktionen zwischen den Kirchen in Syrien ins Leben zu rufen. Pater Andrzej Halemba, Nahostreferent von Kirche in Not, erklärt: „Je mehr wir Christen vereint sind in der Verteidigung des Friedens und in unserer Unterstützung besonders für die leidenden Kinder, desto stärker ist unsere Stimme und desto wirkungsvoller ist unser Einsatz.“

03-10-2016-bovenEin erster konkreter Schritt war die von Kirche in Not organisierte Reise einer hochkarätigen katholisch-orthodoxen Delegation aus Russland im April diesen Jahres, die im Libanon und in Syrien mit den Vertretern der verschiedenen christlichen Konfessionen zusammentraf, um die Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Eine erste Frucht dieser Reise war der auf Initiative von Kirche in Not als Gebetstag der Kinder für den Frieden begangene „Internationale Tag des Kindes“ am 1. Juni. Die in Syrien ansässigen katholischen und orthodoxen Patriarchen gaben aus diesem Anlass eine gemeinsame Botschaft heraus. Der Friedensappell der syrischen Kinder an die Vertreter der EU und der UNO und die gemeinschaftlichen Aktionen der christlichen Konfessionen sind ein weiterer Schritt, um den einmütigen Einsatz von Katholiken und Orthodoxen für den Frieden in Syrien zu intensivieren.

Kirche in Not engagiert sich seit Beginn des Konfliktes im März 2011 für die Opfer des Krieges und leistet finanzielle Hilfe vor allem für Familien, die ihre Häuser verloren haben, innerhalb des Landes geflüchtet sind oder vertrieben wurden. In den vergangenen fünf Jahren wurde Nothilfe in Höhe von rund 13 Millionen Euro geleistet, die vor allem das unmittelbare Überleben der Menschen, insbesondere der Kinder und Kleinstkinder, sichert. Die finanzielle Unterstützung wird vor allem für die Beschaffung von Unterkünften für die in der Regel kinderreichen Familien, für die Versorgung mit lebensnotwendigen Lebensmitteln und Medikamenten, mit Babymilch und Windeln, warmer Winterkleidung sowie mit Heizöl und elektrischem Strom verwendet. Außerdem wird Kindern der Schulbesuch ermöglicht. Die Unterstützung wird über die katholischen Bischöfe und die kirchlichen Strukturen vor Ort direkt an notleidende Familien unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit weitergegeben.

Von Eva–Maria Kolmann

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