Wenn die Menschen nicht zur Heiligen Pforte gehen können, kommt die Heilige Pforte zu den Menschen

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Im Bistum Gizo auf den Salomon-Inseln wird das Jubiläum auf eine sehr besondere Art gefeiert: mit der Pilgerfahrt der wandernden Heiligen-Pforte.

„Es ist wunderbar, wenn die Menschen verzeihen und wieder von vorne beginnen“, so Bischof Luciano Capelli.

Bringing the „Holy Door“ to the isolated people of the periphery parishes of Gizo Diocese – “Year of Mercy”, Year 2015-2016Mit der Heiligen Pforte auf den Schultern, von Insel zu Insel, von Dorf zu Dorf – so wird das Jahr der Barmherzigkeit in der Diözese Gizo, Salomon-Inseln, gefeiert. Über eine sehr weiträumige Region im Pazifischen Ozean sind mehr als 40 Inseln versprengt.

Die Teilnehmer an der Diözesanseelsorge in Gizo dachten sich, wenn die verstreuten Menschen nicht zur Kathedrale kommen können, um die Heilige Pforte zu durchschreiten, dann sollte die Heilige Pforte die Pfarreien und die Dörfer durchreisen, um zu den Menschen zu gelangen. „Auf diese Weise bringt sie Vergebung und Versöhnung“, erklärt Bischof Luciano Capelli von Gizo gegenüber der Päpstlichen Stiftung Kirche in Not. Es handelt sich um eine einfach aussehende Pforte aus hellbraunem Holz, die etwa zwei Meter hoch ist. Sie könnte die Haustür irgendeines Hauses sein. Der Unterschied ist jedoch, dass es sich um eine wandernde Heilige-Pforte handelt. „Sie wurde von den jungen Auszubildenden der Schulwerkstatt der Region angefertigt“, so der aus Italien stammende Bischof.

„Die Pforte kann sich jedoch nicht von alleine bewegen“. Um sie von einem Ort zum nächsten zu bringen, wurde ein Holzboot, dem hier geläufigen Verkehrsmittel, eingesetzt. „Wir fuhren auf einem sechs Meter langen Motorboot mitten auf dem Pazifischen Ozean, Kilometer um Kilometer auf offener See“. Trotz der ergriffenen Stimmung der Teilnehmer war die Reise nicht einfach. „Manchmal regnete es, manchmal erlebten wir ganz hohe Wellen, oder auch starken Wind …“.

Bringing the „Holy Door“ to the isolated people of the periphery parishes of Gizo Diocese – “Year of Mercy”, Year 2015-2016In jedem Dorf wurde die Heilige Pforte mit einem besonderen Festakt empfangen. Blumen, Tänze, Tiere, Trachten … sowie die „Krieger, die Verteidiger der Stämme“. Mit weiß bemaltem Gesicht und einem Rock aus getrockneten Blumen führten sie eine bestimmte Choreografie vor, die ja die offizielle Begrüßungszeremonie darstellt“, erklärt der Salesianer-Missionar im Gespräch. „Es fiel uns auf, dass trotz aller Folklore eine feierliche Stimmung vorherrschte. Die Gläubigen waren sich der Ernsthaftigkeit des Augenblicks bewusst.“

Darauf folgte ein Wortgottesdienst, bei der der Sinn des Jubiläums dargelegt wurde. Daran schloss sich eine Gebetsvigil mit Beichtgelegenheit an, und sodann begann ein Gespräch zwischen zerstrittenen Menschen und Gruppen, die zur Vergebung eingeladen wurden. „Es handelt sich um abgelegene Orte ohne Richter und Rechtsanwälte … Die Menschen sprechen Recht, sie halten eine ‚Wiedergutmachungsfeier’ ab“, fügt Bischof Capelli hinzu. Der Bischof beteuert, dass in dieser Umgebung die Evangelisierungsarbeit der Kirche und die Bedeutung von Vergebung und Versöhnung eine zentrale Stellung einnehmen.

Danke vom ganzen Herzen, Papst Franziskus!

Die Aktion der wandernden Heiligen-Pforte erstreckte sich über zwei Monate. Sie durchwanderte etwa 20 Dörfer. „Es gab eine noch nie gesehene Teilnahme an der Liturgie“. In jedem Dorf oder bei jedem Stamm blieben sie zwei oder drei Tage lang. „Besonders bewegend war es, junge Menschen zu sehen, die alten Menschen, die nicht mehr gehen können, dabei halfen, die Barmherzigkeitspforte zu durchschreiten“, sagt Bischof Luciano. Das ganze Volk aus Gizo dankt Papst Franziskus für diese Erfahrung. „Vielen Dank, dass Sie das Heilige Jahr ausgerufen haben, das so sehr dazu beigetragen hat, die lokalen katholischen Gemeinden zu stärken. Danke, dass Sie uns die Gemeinschaft mit Rom und mit der Welt haben spüren lassen“ – so haben sie es dem Heiligen Vater in einem Brief mitgeteilt, den ihm Bischof Capelli persönlich in Rom überbrachte.

„Die Pilgerfahrt der Heiligen Pforte hat eine große Solidaritätsbewegung unter den Gemeinden ausgelöst“, versichert der Bischof von Gizo. „Es war eine sehr schöne Teamarbeit“. Die Menschen leben in der Region isoliert voneinander. Aber „sie versammelten sich, um gemeinsam zu beten, zu singen und zu teilen“ (…) „Es ist wunderbar, wenn die Menschen verzeihen und wieder von vorne beginnen“.

Der fliegende Bischof

Mgr. Luciano Capelli

Mgr. Luciano Capelli

Die Diözese Gizo, der Bischof Capelli seit 2007 vorsteht, besteht aus mehr als 40 Inseln, die in einem Radius von 300 Kilometern verstreut sind. Dort werden mehr als 10 verschiedene Sprachen gesprochen. Die Vielfalt und die Entfernungen haben dem Salesianer-Missionar immer wieder Kopfzerbrechen bereitet. Weil er weiß, wie wichtig die Nähe des Bischofs zu den Menschen ist, um sie dazu zu ermuntern, dem Evangelium zu folgen, entschloss er sich mit 60 Jahren, einen Ultraleichtflieger zu erwerben. Damit kann er zu den entlegensten Orten der Region kommen.

Die großen Wetterumschwünge, die ständige Feuchtigkeit, der Mangel an Mitteln, die schlechten Verbindungen, die Armut … Die Probleme in der Diözese Gizo sind nicht gerade gering. Dort leben die Menschen vom Fischfang und der Landwirtschaft auf sehr niedrigem Niveau.

Das internationale Hilfswerk Kirche in Not unterstützt die Diözese Gizo seit Jahren mit unterschiedlichen Projekten, etwa mit Messstipendien für Priester oder mit Hilfen für die Ausbildung von Seminaristen.

Von Mónica Zorita und Maria Lozano

 

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