Zentralafrikanische Republik: Es wäre ein Drama, wenn der Papst nicht kommen könnte

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« Kirche in Not » ruft seine Wohltäter auf, darum zu beten, dass der Papst trotz der letzten gewaltsamen Ausschreitungen das Land besuchen kann.

Am 29. und 30. November soll Papst Franziskus in die Zentralafrikanische Republik reisen, aber das Wiederaufflammen der Gewalt in Bangui seit dem 29. Oktober könnte dazu führen, dass seine Reise abgesagt werden muss. Für die Einwohner der Zentralafrikanischen Republik wäre dies ein weiteres Drama. Aus diesem Bewusstsein heraus initiiert „Kirche in Not“ für Sonntag, den 22. November, das Christkönigfest, einen weltweiten Gebetstag für die Wiederherstellung des Friedens in dem Land und den Besuch des Papstes.

151119 car_childrenKönigstein/Bangui, 18.11.2015. Eine Delegation von „Kirche in Not“, die soeben aus Bangui zurückgekehrt ist, bezeugt die Gewalttaten, die dort stattfinden: „An dem Tag, an dem in einem der Stadtviertel (Cattin) die Unruhen wieder begannen, haben wir einen wahren Exodus miterlebt. Die Menschen flohen mit allem, was sie mitnehmen konnten, während andere das plünderten, was in den verlassenen Häusern zurückgeblieben war.“ Am Allerheiligenfest habe der Pfarrer von St. Joseph von Mukassa gesehen, wie sich seine Kirche von Dreivierteln der Pfarrangehörigen leerte.

Inmitten der Gewalt wird der Papst immer stärker erwartet. „Die Augen der Welt werden endlich auf die Zentralafrikanische Republik gerichtet sein“, wie Einwohner erklären.

Der Erzbischof von Bangui, Dieudonné Nzapalainga, sagt: „Wir erwarten von diesem Besuch eine Botschaft des Friedens, der Versöhnung und besonders der Barmherzigkeit. Der Papst der Armen besucht die Armen. Die Zentralafrikanische Republik ist ein armes Land, ein vergessenes Land, ein beraubtes Land, ein verlassenes Land“. In der Erzdiözese Bangui wird vom 19. bis zum 21. November in allen Pfarreien sowie in allen katholischen Ordensgemeinschaften und Instituten ein Gebetstriduum zur Vorbereitung des Papstbesuches abgehalten.

Der Apostolische Nuntius Franco Coppola sagt: „Der Heilige Vater möchte durch seinen Besuch die ganze Welt an die Schwierigkeiten erinnern, in denen sich die Zentralafrikanische Republik befindet und aus denen sie mit aller Kraft herauszukommen versucht.“

151119 car_archbishopSchwester Prisca, eine Ordensfrau in der Pfarrei Unserer Lieben Frau von Afrika in Bangui, bezeugt: „Unser Land hat in den vergangenen drei Jahren viel gelitten. Der Besuch von Papst Franziskus kann uns ein Zeugnis des Friedens bringen. Dies ist es, was das zentralafrikanische Volk erwartet. Ich erwarte außerdem, dass er uns, die Ordensleute, einladen wird, weiter voranzuschreiten und die Frohe Botschaft denjenigen zu bringen, die ihre Brüder und Schwestern massakrieren, und zu allen von Frieden und Versöhnung zu sprechen.“

Christian, der Vorsitzende des Pastoralkomitees der Pfarrei Saint Sauveur, sagt: „Was ich vom Papstbesuch erwarte, ist, dass er einen sozialen Zusammenhalt zwischen Christen und Muslimen bringt. Wir, die jungen Zentralafrikaner, würden gern die Entwicklung der Zentralafrikanischen Republik erreichen können.“

Für Christine du Coudray, die bei der Hilfsorganisation „Kirche in Not“ die Projekte in Afrika betreut, ist der Papstbesuch von größter Bedeutung. „Es wäre ein Drama, wenn der Papstbesuch abgesagt würde. Es wäre eine Demütigung des Landes und seines Volkes. Die Zentralafrikanische Republik ist ein vergessenes Land. Die Bevölkerung ist seit Jahren Opfer von Gewalt. Es ist überaus wichtig, dass Papst Franziskus kommt und dem Zyklus der Gewalt ein Ende setzt. Der Papst verkörpert für die Christen, aber sogar für die Muslime die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.“

Die katholische Kirche spielt für die christliche Bevölkerung (66 Prozent), aber auch für die muslimische, eine wesentliche Rolle. „Ohne die Kirche wäre die Situation viel weniger stabil. Erzbischof Nzapalainga ist eine charismatische und geachtete Autorität. Wir haben gesehen, wie es ihm gelingt, die Situation in den Konfliktzonen zu beruhigen“, fährt Christine du Coudray fort. „Die Priester und die Ordensleute werden ebenfalls sowohl von Christen als auch von Muslimen sehr geschätzt, da sie trotz der Gefahr treu an der Seite der Bevölkerung ausharren.“

Seit 2013 hat „Kirche in Not“ in der Zentralafrikanischen Republik mit 2 Millionen Euro geholfen. In diesem Zeitraum mussten in dem Land fast eine Million Menschen fliehen, was knapp einem Viertel der Gesamtbevölkerung entspricht.

Am 22. November sind die 600.000 Wohltäter und Freunde von « Kirche in Not » und alle Menschen guten Willens dazu eingeladen, sich dem Weltgebetstag für den Besuch des Papstes in der Zentralafrikanischen Republik anzuschließen, indem sie zum Beispiel das folgende Gebet lesen:

 

Gebet für den Besuch von Papst Franziskus in der Zentralafrikanischen Republikmary151119 car_archbishop

Herr unser Gott, wie danken Dir

Für Papst Franziskus, der in die Zentralafrikanische Republik kommen wird.

Leite seine Schritte auf den Pfaden der Welt und unseres Landes,

Inspiriere Du alle seine Worte und seine Taten,

Auf dass er allen Nationen Deine Liebe und Deine Barmherzigkeit verkünde.

 

Gott der Barmherzigkeit, in all unserem Leid hast Du Erbarmen mit uns

Und Du sendest uns  Papst Franziskus, damit er uns Deine Liebe erzeige.

Hilf uns, dem Weg der wahren Christen zu folgen, den er uns lehrt.

Befreie unsere Herzen von Stolz und Boshaftigkeit,

Auf dass wir gemeinsam dem Pfad des Friedens folgen mögen.

 

Gott des Friedens, der Du Deine Diener beschützest,

Gib, dass der Besuch von Papst Franziskus in unserem Land

Unseren Bischöfen und den Autoritäten unseres Landes neue Kraft

Und den Kindern, den Jugendlichen, den Männern und Frauen neue Weisheit schenken möge,

Damit wir alle gemeinsam daran mitwirken mögen, die Kirche und unser Land zum Blühen zu bringen.

 

Heilige Maria, die Du Deiner Familie eine gute Mutter bist,

Bitte für unsere Mütter und Väter, die ihren Familien vorstehen,

Dass sie ihren Kindern eine gute Erziehung geben mögen.

Unsere Familien werden so zu Familien des Friedens

Und wir werden Papst Franziskus in Freude und im Frieden willkommen heißen.

 

Darum bitten wir Dich durch Deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn.

Amen.

 

Gebet, das in der Kapelle des „Centre d’accueil missionnaire“ in Bangui gebetet wird

Zusammen mit Ihnen möchten wir Menschen in Not eine helfende Hand leisten. Dank Ihnen unterstützt Kirche in Not verfolgte, bedrängte oder Not leidende Christen weltweit durch Information, Gebet und Aktion.

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    • Belgien: IBAN: BE85 4176 0483 7106 und BIC: KREDBEBB (Kirche in Not V.o.G. – ohne Steuerbescheinigung). Pastorale Projekte kommen nach belgischer Gesetzgebung nicht infrage für eine Steuerbescheinigung.
    • Luxemburg: IBAN: LU66 1111 0261 9404 0000 und BIC: CCPLLULL

       

  • für ein soziales Projekt spenden: IBAN: BE11 4176 0100 0148 und BIC: KREDBEBB (Hilfe und Hoffnung V.o.G. – mit Steuerbescheinigung ab € 40,00). Diejenigen, die im Laufe des Jahres € 40,00 oder mehr spenden für ein soziales Projekt, bekommen das nächste Jahr automatisch eine Steuerbescheinigung.

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