Zentralafrikanische Republik :“Wir müssen diese Krise in ein Chance verwandeln .

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Rom/Königstein: “Wir haben die Chance zu arbeiten und Ergebnisse hervorzubringen. Aber wir müssen mit der Arbeit beginnen“. Diesen Aufruf richtete Pater Aurelio Gazzera, ein italienischer Karmelit, der seit mehr als 20 Jahren in der Zentralafrikanischen Republik arbeitet, an mehrere hochrangige beim Heiligen Stuhl akkreditierte europäische Diplomaten.

Das Treffen fand in Rom statt und wurde organisiert von der Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“, die in den vergangenen Jahren zahlreiche Zeugen der leidenden und verfolgten Kirche eingeladen hat, in Brüssel und Rom mit EU-Vertretern zu sprechen.

Central African Republic, diocese of BouarAnti-Bakala fighter

Ich glaube, die EU kann mehr tun als einzelne europäische Staaten, deren Arbeit durch die historischen

Verbindungen, die die jeweilige Regierung mit der Zentralafrikanischen Republik hat, eingeschränkt werden kann. Zum anderen hat die Europäische Union als eine Gemeinschaft, die auf gemeinsamen Werten basiert, die Mittel, diese große Arbeit zu verrichten.“Während er um Hilfe appellierte, betonte der Missionar, der in Bozoum arbeitet und zugleich der Caritas-Direktor der Diözese Bouar ist, dass die EU der Regierung der Zentralafrikanischen Republik nur dann helfen sollte, wenn diese bestimmte Kriterien erfülle, insbesondere dass es sich darum bemühen muss, die grundlegenden Probleme des Landes zu lösen. „Bitten Sie in Bangui darum, konkrete Schritte zu unternehmen, um der Bevölkerung zu helfen“,unterstrich er, denn in der Zentralafrikanischen Republik fehle die Präsenz einer staatlichen Autorität. Beispielsweise gebe es nur sechzehn Präfekturen in dem Land, aber die Regierung habe noch nicht alle Präfekten wieder in ihr Amt eingesetzt, die aus Sicherheitsgründen weggegangen waren. Als ein weiteres Beispiel der Schwäche und Ineffizienz der zentralafrikanischen Regierung führte P. Aurelio die Tatsache an, dass die Regierung seit ihrer Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 keine einzige Schule gebaut habe. Die existierenden Schulen seien durch ausländische Spenden entstanden.

Vermittler

Central African Republic, diocese of Bouar After a week inside the Catholic Mission, a meeting where the civilian population (Muslim and non-Muslim) expressed their concerns to the armed group Seleka made clear that the villagers did not trust the Seleka, and would not go back to their houses unless they layed down their weapons. (Bozoum, 11 December 2013)."Die Diplomaten, die an dem Treffen teilnahmen, waren dankbar für die Informationen aus erster Hand über die gegenwärtige Situation in der Zentralafrikanischen Republik. Ihr besonderes Interesse galt der Mediationstätigkeit, die P. Aurelio sowohl mit den bewaffneten Gruppierungen der Seleka als auch mit der Anti-Balaka ausübt. Pater Aurelio gab einen Überblick über die Geschehnisse seit Dezember 2012 und führte detailliert aus, was er getan habe, um den Dialog zu fördern. Es handelt sich dabei um eine Arbeit, die die lokalen politischen und religiösen Vertreter mit einbezieht. „Das Mediationskommittee trifft sich jeden Morgen um 8 Uhr und arbeitet daran, Diebstahl, Plünderungen und Zerstörung vorzubeugen.“ Er erklärte dabei, dass die Tatsache, dass einige Muslime mit der Seleka kollaboriert haben, dazu geführt habe, dass die muslimische Gemeinschaft fälschlicherweise mit der Seleka identifiziert werde. Solche Verwirrungen hätten dazu geführt, dass tausende Muslime gezwungen worden seien, das Land zu verlassen. P. Aurelio äußerte sich über ihre Flucht „zutiefst besorgt, denn ohne die Muslime können wir nicht das friedliche Zusammenleben fördern, das dieses Land unbedingt benötigt.“
Trotz dieser Spannungen stellte P. Aurelio klar, dass dieser Konflikt nicht religiös bedingt sei. „In keinem der Treffen, die ich mit den Vertretern beider Seiten hatte, wurde jemals von irgendwem über
Religion gesprochen. Sonst hätten wir auch nicht so viele Muslime gehabt, die Zuflucht in katholischen Missionsstationen und Pfarreien gesucht haben“
, sagte Gazzera, und betonte dabei die Arbeit der Kirche, die in der Fürsorge für die Central African Republic, diocese of Bozoum 14.12.2013 Bakari, representative of the Fula/Fulani (Peuls) during meetingBevölkerung oft die Aufgaben übernehmen musste, die eigentlich diejenigen der staatlichen Autoritäten wären.„Der Konflikt hat politische und ökonomische Ursachen. Beispielsweise zielt die Anti-Balaka auf die Muslime, weil diese weniger arm sind“.

Entführte nigerianische Mädchen

Fr. Aurelio Gazzera OCD, Italian Carmelite missionary in Bozoum, Central African Republic, during his visit to the EU at Brussels (14-16 April 2014) to update EU representatives about the Situation in CAR.Hinsichtlich der kritischen Sicherheitslage im Land erklärte Pater Aurelio: „Wenn ich die einzige Straße entlangfahre, die die Zentralafrikanische Republik mit Kamerun verbindet und die der einzige Kanal für die Versorgung ist, ist auf 300 Kilometern keine einzige Patrouille zu sehen.“ Er sprach auch die Nachricht an, dass eine Anzahl englischsprachiger Mädchen kürzlich in der Zentralafrikanischen Republik ausgemacht worden sein soll, bei denen es sich um einige der Mädchen handeln könnte, die in Nigeria von Boko Haram entführt worden sind. „Ich kann nicht sagen, ob diese Nachricht zutreffend ist, aber es wäre aufgrund der absolut nicht vorhandenen Sicherheit, insbesondere entlang der Grenzen, sicherlich möglich.

Pater Aurelio, der während seines Aufenthaltes in Europa die EU-Institutionen in Brüssel besucht hatte und dort zahlreiche Begegnungen hatte, unterstrich die Bedeutung der EU-Hilfen und der langfristigen Zusammenarbeit: „So viel Arbeit muss getan werden, um das Land wiederzuerwecken und wiederaufzubauen, besonders wenn es um das Bewusstsein der Menschen geht. Wir müssen arbeiten, um diese Krise in eine Chance zu verwandeln, denn wir wissen, dass jedes Kreuz zur Auferstehung führt“.
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