Die in Syrien tätige Ordensfrau Samia Syiej: „Die Katechese hilft, die geistlichen Wunden des Krieges zu heilen“

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24/10/2018 Leuven – unterstützt die Seelsorgearbeit der Schwestern der Heiligsten Herzen in Homs, Syrien.

Die Altip-Kirche im Bezirk Bab Al-Sebaa in der südlichen Altstadt von Homs ist ein Ausbildungs- und Gemeinschaftszentrum. „Vor vielen Jahren war es eine katholische Schule. Aber die Regierung verbot alle nicht-staatlichen Schulen. Seitdem führen wir hier die Katechese durch. Außerdem finden hier Jugend- und Erwachsenenbildung statt. Dazu kommen Gemeinschaftsaktivitäten und Sportveranstaltungen“, so Schwester Samia Syiej. Die Ordensfrau koordiniert die Katechese für die Firmlinge.

Schwester Samia gehört zur Kongregation der Schwestern der Heiligsten Herzen, die in Syrien gegründet wurde und durch Ignatius von Loyola geprägt ist. „Wir haben zwölf Häuser in ganz Syrien. Ich arbeite in der Seelsorge für behinderte Kinder. Unsere Kongregation ist sehr aktiv. Wir haben mehrere Seelsorge- und Sozialeinrichtungen“, erklärt die Ordensfrau.

Sie zeigt uns, dass auch ganz in der Nähe des Zentrums von Altip Bomben eingeschlagen sind. „Die Familien haben uns geholfen, zwei durch Raketenbeschuss zerstörte Teile des Daches zu reparieren. Allerdings müssen wir alle helfen, die Zerstörung in den Herzen der Menschen zu heilen. Ich bin Ordensfrau. Meine erste Verantwortung besteht darin, geistliches Zeugnis abzulegen und den Menschen zu helfen. Das bewegt uns. Wir haben den Krieg aus der Nähe erlebt. Die Katechese ist wichtig, um Wunden zu heilen.“

Mit Schwester Samia arbeiten mehrere Studenten zusammen, die sich die Katechese-Gruppen untereinander aufteilen, und in der Seelsorgearbeit tätig sind. Eine Delegation der Päpstlichen Stiftung Kirche in Not hat sie besucht, als sie dabei waren, den Mädchen und Jungen das Leben Jesu, seine Passion und Kreuzigung nahe zu bringen –  ein zentraler Aspekt des christlichen Glaubens. Haya Elias ist eine der Katecheten: „Schwester Samia hat uns gezeigt, wie wir Gott nah sein können. Dies geben wir an diejenigen weiter, die nach uns kommen.“ Sie studiert Englische Philologie an der Universität, und gehört seit eh und je zur Studentengruppe, die mit den Ordensschwestern zusammenarbeitet.

„Mir ist ganz klar, dass ich Gott und dem Gebet von Menschen wie Schwester Samia mein Leben verdanke“, sagt Jihad Alaji, ein junger Mann, der zurzeit Arbeit sucht. Jihad war in der Regierungsarmee von Assad. Er wurde zwangsrekrutiert, um im Krieg zu kämpfen, geriet in einen Hinterhalt und wurde von einer Gruppe syrischer Rebellen gefangen genommen. Monatelang war Jihad in Gefangenschaft, und alle dachten, er sei tot. Doch konnte er auf wundersame Weise entkommen. „Ich danke Gott und auch den Schwestern, die nicht aufgehört haben, für mich zu beten. Ich bin ihnen so dankbar, und heute helfe ihnen als Katechet.“

Trotz mehr als sieben Jahre Krieg ist die Kirche in Syrien lebendig geblieben. Die im Land tätigen Priester– und Ordensleute sind zu einem Grund zur

Schwester Samia

Hoffnung geworden. „Wir haben niemals aufgehört, unsere Hilfe, unser Gebet und unsere Begleitung anzubieten … Alles wird dank der gemeinsamen Arbeit von Priestern, Ordensfrauen und Laien möglich. Wir alle arbeiten in der Organisation unserer Aktivitäten zusammen. Gott sein Dank können wir auf sehr aktive junge Menschen zählen“, fährt Schwester Samia fort.

Schwester Samia ist nicht nur als Koordinatorin der Katechese tätig. Sie arbeitet außerdem auch in einer Betreuungseinrichtung für geistig behinderte Kinder. „Wir haben immer, sogar in den blutigsten Momenten des Krieges, zusammen mit der Päpstlichen Stiftung Aid to the Church in Need Projekte durchgeführt. Erwachsene wie Kinder brauchen ein Wort der Hoffnung. Sie wollen den Glauben vertiefen. Die Kinder kommen zur Kirche und sind sehr fordernd. Im Sommer haben wir mehrere Ferienlager für  Jugendliche durchgeführt, die vielen Menschen Hoffnung gegeben haben. Dies motiviert uns.“

Mit Hilfe vieler Wohltäter in der ganzen Welt konnte die Päpstliche Stiftung Kirche in Not 2018 mehr als 35 Kurse und Seelsorgeprogramme für Jugendliche und Kinder in verschiedenen Teilen Syriens mit mehr 170.000 € unterstützen.

Von Josué Villalón

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