Fast 125 Millionen für die Kirche in Not

Internationaler Jahresbericht der Päpstlichen Stiftung mit Sitz in Königstein

04/07/2018 Leuven – Die Päpstliche Stiftung Kirche in Not hat im vergangenen Jahr erneut das hohe Niveau des Spendenaufkommens halten können. Das geht aus dem Jahresbericht 2017 hervor, der jetzt veröffentlicht und von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG attestiert wurde. Demnach beträgt das gesamte Volumen aus Spenden, Erbschaften und anderen Einnahmen fast 125 Millionen Euro (124.057.414 €).
In Belgien und Luxemburg konnten davon 3.526.152 Euro gesammelt werden.
Der größte Teil (82,5 Prozent) wurde zur Finanzierung der missionsbezogenen Ausgaben verwendet. Der Hauptteil davon – 84,0 Prozent oder 84,6 Millionen Euro – diente dazu, 5357 Projekte in 149 Ländern durchzuführen. 16 Prozent der missionsbezogenen Ausgaben dienten Information, Glaubensverkündigung und Interessenvertretung für die verfolgte und leidende Kirche.
Für Verwaltung wurden 7,0 Prozent und für Fundraising, Werbung und Kommunikation mit den rund 400 000 Spendern wurden 10,5 Prozent der Mittel verwendet. Mittlerweile unterhält die Päpstliche Stiftung Nationalbüros in 23 Ländern.
Im Einzelnen listet der Jahresbericht auf: 1212 Bauprojekte wurden mitfinanziert. Es handelt sich um Kapellen, Kirchen, Kathedralen und Seminare, auch in Regionen, die von Naturgewalten verwüstet worden waren. Ein Drittel der Bauprojekte waren Kirchen. Jedem zehnten Priester (insgesamt 40 383) konnte mit Mess-Stipendien geholfen werden, vor allem in Afrika (15 440) und Asien (10 748). 13 643 Seminaristen, mehr als je zuvor, erhielten Unterstützung, zum Beispiel in Form von Stipendien. Das war jeder neunte Seminarist weltweit, die meisten davon in Afrika. 12 801 Schwestern bekamen Existenzhilfe (meist kontemplative Ordensschwestern) oder Unterstützung bei der Ausbildung. Auch Autos, Motor-und Fahrräder sowie drei Boote, vier Laster und drei Busse wurden finanziert. Rund 2000 Anträge wurden negativ beschieden, weil sie die strengen Kriterien für die Vergabe der Mittel nicht erfüllten.

Ein Schwerpunkt der Hilfe lag auch im vergangenen Jahr in Nahost. Die Region ist nach Afrika Ziel vieler Hilfsmaßnahmen. Seit 2011, dem Jahr des „arabischen Frühlings“, bis Ende 2017 flossen rund 75 Millionen Euro in die Krisengebiete im Nahen und Mittleren Osten, allein im vergangenen Jahr waren es mehr als 17 Millionen. Sie reichen von Nothilfe über Pastoralausgaben (z.B. Druck von Bibeln) bis hin zu Kirchenbauten. Dank dieser Hilfe konnten tausende von Christen in ihre Heimat zurückkehren. Ein Großprojekt war – und ist es immer noch- zum Beispiel der Wiederaufbau christlicher Siedlungen in der irakischen Ninive-Ebene. Sie waren vom „Islamischen Staat“ zerstört worden. Irak war 2017 mit fast 9,3 Millionen Euro das erste Empfängerland überhaupt von Kirche in Not. An zweiter Stelle der Empfängerländer stand Indien mit 5,86 Millionen, an dritter Syrien (5,8 Mio), an vierter die Ukraine (4,7 Mio), an fünfter Brasilien (3,88 Mio) und an sechster die Demokratische Republik Kongo (3,42 Mio).

„Die regionalen Schwerpunkte unserer Hilfsprojekte lagen 2017 im Nahen Osten sowie in Afrika. In all unserer Projektarbeit ist uns dabei der Dialog mit der örtlichen Kirche besonders wichtig. Denn die Bischöfe und Ordensleute vor Ort wissen am besten, wo die Not am größten ist und welche Hilfsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Kirche vor allem dort zu unterstützen, wo diese nicht über die materiellen Ressourcen verfügt, ihre pastoralen Aufgaben zu erfüllen oder wo Christen unter Unterdrückung, Verfolgung und Gewalt leiden“, unterstreicht Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident der Päpstlichen Stiftung.

Von Jürgen Liminski

 

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