Kirche in Not sammelte 2021 einen Rekordbetrag für verfolgte und notleidende Christen

Jede dritte Diözese auf der Welt erhielt von Kirche in Not Unterstützung, ebenso jeder achte Priester.

Im Finanzjahr 2021 erhielt das internationale katholische Hilfswerk und päpstliche Stiftung Aid to the Church in Need (ACN International) mehr als 133 Millionen Euro an Spenden (2020: 122,7 Millionen Euro), um verfolgten und notleidenden Christen auf der ganzen Welt zur Seite zu stehen.

Kirche in Not Belgien/Luxemburg konnte im Jahr 2021 auf die Unterstützung von 6 194 Wohltätern zählen und dank ihnen einen Gesamtbetrag von 1 825 644,71 Euro an Spenden sammeln. Die Stipendien gingen an 18 Priester und drei Schwestern aus Indien, Nigeria, Sri Lanka, Äthiopien, ….

Die jährlichen Finanzzahlen von ACN International, die die Unterstützung verfolgter oder notleidender christlichen Gemeinden auf der ganzen Welt durch das Hilfswerk abbilden, wurden am 15. Juni in Rom vom Aufsichtsrat approbiert. “Im Jahr 2021 hat die Großzügigkeit unserer Wohltäter in mehr als 23 Ländern es Kirche in Not ermöglicht, Hilfsprogramme in einem Umfang von 105,9 Millionen Euro zu unterstützen. Für diese beispiellose Unterstützung im zweiten Jahr der Covid-19-Pandemie können wir ihnen im Namen unserer verfolgten Brüder und Schwestern einfach nur Danke sagen. Wir sind überzeugt, dass Gott ihnen diese Großzügigkeit reichlich lohnen wird”, sagte der Geschäftsführende Präsident Thomas Heine-Geldern.

Von den 105,9 Millionen Euro flossen 92,8 Millionen (87,6 %) in die Finanzierung von 5298 Projekten in 132 Ländern weltweit, in denen die Kirche unter Verfolgung oder extremer Armut leidet. Weitere 13,1 Millionen Euro (12,4 %) wurden für die Erfüllung von Kirche in Nots Mission der Information, der Interessenvertretung für die verfolgte und leidende Kirche und des Gebets verwendet. Dazu gehört beispielsweise die Durchführung der jährlichen ‚Red Week‘ für verfolgte Christen oder die Produktion und Verbreitung des Berichts „Religionsfreiheit in der Welt“.

Zusätzlich wurde ein Überhang in Höhe von 4,6 Millionen Euro für die Projektarbeit im Jahr 2022 zurückgestellt. Von den Gesamtausgaben in Höhe von 128,5 Millionen Euro waren 8,6 Millionen Euro (6,7 %) Verwaltungsausgaben; 14 Millionen Euro (10,9 %) wurden für Wohltäterbetreuung und Fundraising aufgewendet.

Wie üblich kamen auch 2021 die Spenden an Kirche in Not ausschließlich von Privatpersonen, da das Hilfswerk keine öffentlichen Zuschüsse annimmt.

Zweiter Bauabschnitt der neuen Kathedrale Regina Mundi in Moroto (Uganda).

Afrika, Asien und der Nahe Osten an der Spitze

Die verheerenden Auswirkungen der Pandemie in vielen Entwicklungsländern verlangten von Kirche in Not einen besonderen Einsatz. Projekte im Zusammenhang mit Covid-19 machten 9,7 Millionen Euro des Budgets für 2021 aus. Indien, das besonders stark von dem Virus betroffen war, führt die Liste der Länder, in denen Projekte unterstützt wurden, mit über 12 Millionen Euro an. Auf den asiatischen Staat folgen die Ukraine, der Libanon, Syrien und die Demokratische Republik Kongo.

Was die Projektausgaben pro Region angeht, steht Afrika, das 30,7 % der Hilfe erhalten hat, an erster Stelle, gefolgt von Asien und Ozeanien (22,3 %). Im Nahen Osten (16,9 %) setzte Kirche in Not sein Engagement vor allem im Libanon, in Syrien und im Irak fort, wo das Hilfswerk in Projekte investierte, die den Christen helfen sollen, trotz Verfolgung, Krieg und Wirtschaftskrisen in ihren angestammten Gebieten zu bleiben.

Im Einklang mit dem pastoralen Auftrag von Kirche in Not umfasst die Finanzierung die Ausbildung von Priestern und Ordensleuten, das Zurverfügungstellen von Transportmitteln, zum Beispiel von Geländewagen oder Booten für abgelegene Pfarreien, sowie den Bau und die Renovierung von Kirchen. Im Jahr 2021 unterstützte Kirche in Not die Anschaffung von 1338 Fahrzeugen und trug zum Bau von 307 Kirchen, 157 Klöstern und Noviziaten, 295 Pastoralzentren sowie 52 Priesterseminaren bei.

Jeder achte Priester von Kirche in Not unterstützt

Elie Abu Younes, ein Seminarist aus der Diözese Baalbek-Deir El-Ahmar, singt mit Freunden und Seminaristen im Maronitischen Patriarchatsseminar in Ghazir (Libanon).

Ein weiteres wichtiges Mittel zur Unterstützung ist die Verteilung von finanzieller Hilfe an Priester, die in bedürftigen Gemeinden tätig sind. Insgesamt 52 879 Priester in Afrika, Asien, Osteuropa, Lateinamerika und dem Nahen Osten erhielten Unterstützung in Form von Mess-Stipendien. Das bedeutet, dass etwa einer von acht Priestern in der Welt von dieser Hilfe profitierte, aber auch, dass alle 15 Sekunden irgendwo auf der Welt eine heilige Messe in den Anliegen der Wohltäter von gefeiert wurde, die diese Tätigkeit möglich machen.

Die Ausbildung ist ein Eckpfeiler der Unterstützung durch das Hilfswerk. Im Jahr 2021 unterstützte Kirche in Not die Ausbildung von 13 381 Seminaristen, was etwa einem von acht Seminaristen weltweit entspricht. Seit 2004 hat es 237 353 Seminaristen unterstützt.

Jede dritte Diözese

Im Jahr 2021 führte Kirche in Not Projekte in insgesamt 1181 Diözesen durch. Wenn man bedenkt, dass die Kirche 3026 Amtsgebiete anerkennt, bedeutet dies, dass das päpstliche Hilfswerk jede dritte Diözese in der Welt direkt unterstützt hat.

„Von Albanien bis Simbabwe macht Kirche in Not weiterhin einen echten und dauerhaften Unterschied im Leben von Christen auf der ganzen Welt. Diese Gemeinden sind eine Quelle der Inspiration für uns, wie sie ihren Glauben leben, trotz der Not, der Schwierigkeiten und oft der offenen Verfolgung, unter der sie leiden. Dank der enormen Großzügigkeit und Hilfe unserer Wohltäter können wir sie materiell unterstützen“, so Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von Kirche in Not.

„Wir durften im letzten Jahr sehr stark die Göttliche Vorsehung in unserem Werk erfahren, die, bei einer wachsenden weltweiten Verunsicherung, die Herzen unserer Wohltäter mehr denn je öffnete.“

„Im Jahr 2021 war die Ukraine wie in den Vorjahren eines der Länder, die am meisten Hilfe von Kirche in Not erhalten haben. Die Tatsache, dass wir so viele Projekte und Partner vor Ort hatten, versetzte uns in eine gute Ausgangslage, um im Jahr 2022, als der Krieg begann, sofort mit Hilfe zu reagieren. Kirche in Not wird sich auch weiterhin, wo immer es kann, für Christen einsetzen, die Hilfe brauchen, solange unsere Wohltäter uns weiterhin mit ihren Spenden und ihrer Unterstützung ihr Vertrauen schenken“, fügte er hinzu.

Kirche in Not ist ein internationales päpstliches Hilfswerk. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um christlichen Flüchtlingen aus Osteuropa zu helfen. Heute hat es Büros in 23 Ländern und hilft verfolgten und anderen notleidenden Christen auf der ganzen Welt.

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