Msgr. Nidal Thomas berichtet über das Gefahr für Christen im Nordosten Syriens

12/11/2019 Leuven -„Mindestens dreihundert Christen haben die Städte Ras al-Ain, Derbasiyah, Tall Tamr und einen Teil von al-Malikiyah verlassen, und wenn die Kämpfe weitergehen, fürchten wir einen noch größeren Exodus von Gläubigen, der auch Qamishli betreffen könnte, wo zur Zeit 2300 christliche Familien leben.“ Dies ist der verzweifelte Bericht, den Msgr. Nidal Thomas, ein Vertreter der Chaldäischen Kirche in Hassaké gegenüber Kirche in Not abgibt.

Der Priester beschreibt eine kritische Lage: „Wir wissen nicht, was passiert. Stündlich hören wir in den Erklärungen von Kurden, Türken, Amerikanern und Russen von Opfern und Vermissten. Aber wir kennen die Wahrheit nicht. Es ist nur sicher, dass die Bombardierungen und vor allem die Massaker, die von den Türken gegen unsere Gemeinschaft verübt werden, immer mehr Christen zur Flucht zwingen.“

Im Moment sind nur wenige Familien in den irakischen Teil Kurdistans geflohen, aber nach der Ansicht von Msgr. Thomas ist es schwierig für die Christen, als Ziel die halbautonome Region im Norden des Iraks zu wählen: „Das Leben ist dort zu teuer für die armen syrischen Christen, und überdies hat das irakische Volk nichts getan, um das dramatische Szenario zu verhindern, das sich leider in Syrien vollzieht. In unserem Land gab es Tausende christliche Familien. Niemand hat versucht, uns zu verteidigen.“

Heute fürchten die Christen im Nordosten Syriens trotz der Bestätigung, dass Abu Bakr al Baghdadi getötet wurde, auch eine Rückkehr des Dschihadismus. „Dies ist leider eine Möglichkeit, mit der wir rechnen müssen“, sagt Msgr. Thomas, dessen Angaben zufolge sich viele der Männer des ISIS der freien syrischen Armee angeschlossen haben sollen, die in die Region von Ras al-Ain eingedrungen ist.

Über Kirche in Not appelliert der Priester daher an die Internationale Gemeinschaft, um im Namen seiner Gemeinschaft um Unterstützung zu bitten. „Wir brauchen Hilfe. Wir Christen sind die Volksgruppe, die am meisten unter diesem unendlichen Konflikt gelitten hat. Wir sind das schwächste Glied, weil wir in Frieden leben wollen und den Krieg ablehnen. Zwei Drittel der Christen haben das Land verlassen, und das restliche Drittel ist in Gefahr, nicht zu überleben. Und unterdessen geraten die westlichen Länder aneinander, um sich Syrien zu teilen, das auch aufgrund der internationalen Sanktionen in die Knie gezwungen ist.“

Von Marta Petrosillo

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