Armenien: Schwestern geben Waisenkindern ein neues Zuhause

17/05/2022 Leuven – Mit Brot, Salz, Blumen und einem Lied empfangen die Kinder des Waisenhauses der armenisch-katholischen Kirche in Gyumri die Besucher von Kirche in Not. Sie haben ihre Sonntagskleidung angezogen, aber viele der kleinen Gesichter sehen ernst aus.

„Egal, wie gut wir zu den Kindern sind und wie schlecht die Bedingungen zu Hause sind, wir können niemals die Eltern ersetzen“, erklärt Schwester Haguinta Muradyan, die Oberin des Waisenhauses. 35 Kinder haben hier ein neues Zuhause gefunden. Die meisten von ihnen sind Waisenkinder. „Aber wann immer möglich, schicken wir die Kinder zum Schlafen zu ihren Familien zurück.“

Auch ohne selbst Mütter zu sein, strahlen die Schwestern große Mütterlichkeit aus. Emmanuel, der erst zwei Jahre alt ist und mit seinen beiden älteren Geschwistern im Heim lebt, weil seine Mutter an Krebs gestorben ist und sein Vater irgendwo in Russland arbeitet, schmiegt sich eng an Schwester Srpouhi Poghasyan und nennt sie zärtlich ‚Mama‘, egal was die Schwester sagt. Sie erklärt, warum sie Ordensfrau wurde: „Ich wollte immer so viele Kinder haben. Hätte ich je so viele haben können?“, lacht sie und schaut liebevoll auf die Kinderschar am gedeckten Tisch.

Die armenisch-katholischen Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Die 1847 in Konstantinopel gegründete Kongregation musste sich der Erziehung armer Mädchen widmen. Nach dem Völkermord an den Armeniern flohen die Schwestern nach Syrien und in den Libanon. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs begannen die Schwestern ihr Apostolat auch in Armenien. Im Jahr 1998 wurde das Waisenhaus in Gyumri eröffnet.

Aber die Schwestern sind auch außerhalb des Hauses aktiv. Schwester Srpouhi hält in sieben Dörfern der Region Katechese. Seit 1994 organisieren die Schwestern mit Unterstützung von Kirche in Not ‚Ferien mit Gott‘. Letztes Jahr kamen 600 Kinder, viele von ihnen Flüchtlinge aus Bergkarabach. Die kleine Alisa ist begeistert: „Es ist das beste Camp, das ich je besucht habe. Wir hatten so schöne Tage, tolle Ausflüge. Ich habe viele Gebete und andere wichtige Dinge für mein Leben gelernt“. Für viele Kinder ist das Lager auch eine Vorbereitung auf die Taufe.

Seit einigen Jahren kümmern sich die Schwestern auch um etwa 50 Familien, die unter unmenschlichen Bedingungen leben. Wir besuchen eine solche Familie in einem baufälligen Haus in der Nähe des Busbahnhofs. Hier lebt die 70-jährige Gohar, die ihr Haus bei dem großen Erdbeben von 1988 verloren hat.

In der Wohnung nebenan treffen wir Susanna, eine Krebspatientin, die nur noch ein Schatten ihres früheren Selbst ist. Wenn Schwester Srpouhi zu Besuch kommt und immer etwas Süßes mitbringt, ist das mehr als ein kleines Geschenk. Es ist der tiefe Trost, nicht von Gott und der Welt verlassen zu sein.

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