Nordostsyrien: Kurden schließen mehrere christliche Schulen.

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Erzbischof Jacques Behnam Hindo

04/09/2018 Leuven  – „Seit Jahren wiederhole ich, dass die Kurden versuchen, die christliche Präsenz aus diesem Teil Syriens zu eliminieren“, erklärt der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Behnam Hindo von Hassaké-Nisibi, das im nordöstlichen Teil Syrien gelegen ist. Er bestätigt gegenüber der Päpstlichen Stiftung die Schließung einiger christlicher Schulen durch die Demokratische Föderation Nordsyrien, einer de facto autonomen Region im Norden und Nordosten Syriens, die von der syrischen Regierung nicht offiziell anerkannt ist und die von einer Koalition geleitet wird, in der die kurdische Partei der „Demokratischen Union“ eine Mehrheit bildet. „Schon seit Anfang des Jahres hat die lokale Regierung ca. einhundert staatliche Schulen in Besitz genommen, in denen sie einen eigenen Lehrplan und eigene Schulbücher eingeführt hat. Die kurdischen Beamten hatten uns versichert, dass sie sich den privaten Schulen nicht einmal nähern würden, jedoch haben sie sich ihnen nicht nur genähert, sondern haben sie geschlossen.“ Die offizielle Begründung für die Schließung mehrerer christlicher Schulen in den Städten Qamishli, Darbasiyah und Malikiyah laute, dass diese Institute es abgelehnt hätten, sich an das von den örtlichen Behörden eingeführte Lehrprogramm anzupassen. „Sie wollen nicht, dass wir in der Kirchensprache, dem Altsyrischen, unterrichten, und sie wollen nicht, dass wir Geschichte unterrichten, weil sie es vorziehen, den Schülern die eigene Geschichte einzutrichtern.“ Erzbischof Hindo verbirgt seine Besorgnis über die wahrscheinliche Schließung weiterer christlicher Schulen, von denen es sechs weitere allein in Hassaké gibt, sowie über die schweren Schäden, die das „kurdische“ Unterrichtsprogramm, das sich von dem offiziellen syrischen Lehrplan unterscheidet, für die Schüler haben kann. „Ich habe einem kurdischen Funktionär gesagt, dass auf diese Weise eine ganze Generation bestraft wird, weil sie keinen Zugang zu höheren Bildungsgraden haben wird. Er hat mir geantwortet, dass sie bereit seien, auch sechs oder sieben Generationen zu opfern, bloß um ihre Ideologie zu verbreiten.“

Das, was passiert ist, stelle eine Bestätigung des Versuches dar, das Gebiet zu „kurdisieren“. Dieser Plan sehe nach Angaben von Erzbischof Hindo auch vor, die örtliche christliche Präsenz zu beseitigen. „Mindestens seit 2015 haben wir immer wieder vor einer solche Gefahr gewarnt. Sie wollen uns Christen vertreiben, um ihre eigene Präsenz zu stärken. Bis heute machen Kurden lediglich 20 Prozent der Bevölkerung aus, sind aber dank westlicher Unterstützung überproportional in der lokalen Regierung vertreten.“ Über Kirche in Not richtet der Erzbischof einen Appell an die Internationale Gemeinschaft und insbesondere an die europäischen Nationen: „Die Schließung unserer Schulen bereitet uns Schmerz. Seit 1932 leitet die Kirche diese Institute, und wir hätten uns nie vorgestellt, dass sie geschlossen werden könnten. Der Westen kann nicht schweigen. Wenn ihr wirklich Christen seid, müsst ihr das, was passiert, ans Licht bringen und weitere Verletzungen unserer Rechte und weitere Bedrohungen für unsere Präsenz in dieser Region verhindern.“

Von Marta Petrosillo

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