Pr. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich,
A. denn durch dein Heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Du stirbst mit einem Schrei, der für einen mit Macht bekleideten Gott unverständlich ist. Derselbe Schrei, der in dem blinden und tauben Tumult der Menge untergeht, ein Schrei der Majestät, für alle, die Dir von unten folgen. Und dann verwandelt er sich in das Stöhnen des kleinen Mädchens, das nicht mehr die Kraft hat, weiterzukämpfen.
Und Du stirbst und hinterlässt für später das Schweigen der Wunden, die nicht mehr schmerzen… Während das Klagen der Ohnmacht, die heute nicht einmal einen Bissen Nahrung finden konnte, verstummt, und die anhaltende erstickende Not derer, die vor dem Hass des Verfolgers fliehen, sich wie eine Nacht über die Asche ausbreitet.
Aber ich höre sie nicht mehr. Die Wut des Windes und des Schwertes hat sie hinweggefegt, und ich weiß nicht mehr, ob es dort je Leben gab. Denn dein Tod, o Gott, sind alle Tode, alle Schreie, alle Wunden…
Es ist Zeit aufzustehen! Aber alles, was ich tun kann, ist, mich fallen zu lassen und mich in deinen Wunden zu verstecken, so tief ich kann, hoffnungslos… Du bist gestorben, mein Gott, und dann erreicht dein Schrei das Herz der Erde, das bebt… Aber vielleicht ist es das ganze Universum. Alles, was ich spüre, ist ein unaufhörliches Kribbeln in meinen Füßen. Das Schlagen der Trommeln, das an diesem Tag, in dieser Nacht nicht aufhören kann…
Und nach und nach spalten sich die Felsen, und alle Gräber werden freigelegt, und alle Wege sind für mich verloren, und ich bin gezwungen, meine Augen zu heben… bis ins Unendliche. Und dann sehe ich sie, rennend, wie sie im Wind lacht, wie sie durch eine Wiese voller Blumen und Schmetterlinge springt, meine kleine Hoffnung!
Und endlich verstehe ich, dass Du gestorben bist, damit der Hass stirbt, damit das Böse nie wieder über die Erde triumphiert und der Zorn für immer begraben ist.
Deshalb stirbst Du immer, ewig, und nichts kann jetzt mehr meine kleine Hoffnung in dieser Welt auslöschen. Lass mich jetzt hier liegen, verborgen in deinen Wunden, denn in ihnen triumphierst Du, mit diesem majestätischen Schrei, über die ganze Finsternis der Welt!