“Wir wollen und brauchen Frieden. Bitte betet darum!” Ein Aufruf aus Syrien von Erzbischof Jean-Abdo Arbach.

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Erzbischof Jean-Abdo Arbach

18/04/2018 Löwen – Der melkitische griechisch-katholische Erzbischof Jean-Abdo Arbach von Homs hat eine Botschaft veröffentlicht, die angesichts der Situation in Syrien nach 7 Jahren Krieg und der jüngsten Ereignisse von Erschöpfung und Traurigkeit gekennzeichnet ist: “Die Menschen können nicht mehr. Sie wünschen sich ein normales Leben: Ruhig schlafen und aufwachen, um danach zur Arbeit zu gehen und nicht den Lärm von Bomben zu hören. Es reicht und ist zu viel!” Im Gespräch mit der internationalen Hilfsorganisation Kirche in Not bittet der Erzbischof um Gebete für die Bevölkerung: “Wir brauchen Gebet, Gebet und noch mehr Gebet, nur dadurch werden wir in diesem Land Einheit erlangen”, wiederholt er, während er daran erinnert, dass auch Papst Franziskus um Gebete für Syrien gebeten habe. Was  geschehe, erklärt er, betreffe nicht nur dieses Land, sondern habe Grenzen überschritten. Es sei die ganze Welt, die Frieden brauche. “Wozu war dieser Krieg gut? Alles ist zerstört, es gibt Millionen Flüchtlinge…Wenn die Politiker dieser Welt nur für den Frieden arbeiten würden, anstatt für den Krieg”, sagt er traurig.

Trotz dieser furchtbaren Situation verliere das syrische Volk weder den Mut noch den Glauben daran, dass es in seinem Land zu einem Neuanfang kommen könne. Kirche in Not unterstütze in der Region von Homs verschiedene Projekten, wie zum Beispiel Stipendien für 4.000 Studenten, und helfe mit Nahrung, Medikamenten und beim Wiederaufbau sowohl von Wohnhäusern als auch von Kirchen und katechetischen Zentren. Letztere seien schon zu  80 Prozent wiedererrichtet worden.

Die drei Patriarchen der Kirchen in Syrien – der griechisch-orthodoxe  Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient, Johannes X.; der syrisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient, Ignatius Aphrem II; und der Patriarch  der Melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche von Antiochien, Alexandria und Jerusalem, Joseph Absi − haben ihrerseits die Raketenangriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens gegen Syrien in Antwort auf einen angeblichen Giftgaseinsatz der syrischen Regierung in der Stadt Duma in einer Mitteilung an die Stiftung Kirche in Not angeprangert. Eine schreckliche Situation, die die religiösen Führer als “eine klare Verletzung internationaler Gesetze und der UN-Charta” bezeichnen, die “nicht gerechtfertigt ist und nicht durch ausreichende und eindeutige Beweise gestützt wird”. Sie unterstreichen, dass dies “eine brutale Aggression darstellt, die jede Möglichkeit einer friedlichen politischen Lösung zunichte macht und nur zu noch größeren Komplikationen führt”. Darüber hinaus “gibt sie terroristischen Organisationen Auftrieb und treibt sie dazu an, den Terrorismus fortzusetzen”. Die Patriarchen fordern in ihrer Mitteilung “alle Kirchen in Ländern, die an den Angriffen beteiligt waren“, dazu auf, “in Übereinstimmung mit dem Evangelium ihre christliche Pflicht zu erfüllen, diese Aggression zu verurteilen und an ihre Regierungen zu appellieren, sich für den Schutz des internationalen Friedens einzusetzen”.

Von Monica Zorita

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