Die Diözese Gikongoro liegt im Süden Ruandas. Sie besteht aus 20 Pfarreien mit rund einer Viertelmillion Gläubigen. Auch wenn die meisten Menschen im Ausland der Name der Diözese nicht bekannt sein dürfte, kennen viele Gläubige in aller Welt das Marienheiligtum von Kibeho, das sich auf ihrem Boden befindet. Als „Nyina wa Jambo“, das heißt “Mutter des Wortes“, wird die Heilige Jungfrau dort verehrt. Das Heiligtum, das im Jahr 2003 von der Katholischen Kirche anerkannt wurde, steht in einer Linie mit Wallfahrtstätten wie Lourdes oder Fatima und ist die erste Pilgerstätte dieser Art auf dem afrikanischen Kontinent. Die Zahl der Pilger – auch von anderen Kontinenten – nimmt zu.
1981 war die Muttergottes hier zum ersten Mal drei jungen Mädchen erschienen. Ein Jahr später kam es zu der dramatischsten Vision, die nur ein Jahrzehnt später grausame Wirklichkeit werden sollte: Die Mädchen sahen einen Strom von Blut, Menschen, die einander töteten, zahllose unbegraben zurückgelassene Leichen, abgetrennte Köpfe… Der Völkermord von 1994, dem innerhalb von 100 Tagen fast eine Million Menschen zum Opfer fielen, und auch das Massaker in der Nähe von Kibeho, bei dem ein Jahr später in einem Lager für Binnenflüchtlinge 5000 Menschen bestialisch getötet wurden, haben auf grausame Weise deutlich gemacht, wohin es führt, wenn Menschen Gott vergessen und sich dem Hass ergeben. Die Muttergottes hatte davor gewarnt. Kibeho ist damit auch zu einem Mahnmal geworden, wo der Opfer gedacht wird und die Menschen, die in Ruanda leben, sich mit Gottes Hilfe vornehmen, dass so etwas nie wieder geschehen darf.






