Auch mehrere Länder Lateinamerikas verzeichneten in den letzten Jahren einen Anstieg von Angriffen auf christliche Stätten. „Rund 300 Kirchen in Chile wurden zwischen 2013 und 2024 Opfer von Brandanschlägen, meist durch Aktivisten der extremen Linken“, erklärt Bazán. „Jedes Jahr rund um den 8. März, den Internationalen Frauentag, werden hunderte Kirchen – ich wiederhole: Hunderte – in Spanien und Lateinamerika von radikalen Feministinnen mit Hassparolen wie ‚Die einzige Kirche, die erleuchtet, ist die, die brennt‘ beschmiert und verwüstet.“
In einigen Fällen sei die Feindseligkeit inzwischen systemisch geworden, so Bazán. Der Säkularismus gewinne in ehemals christlich geprägten Ländern zunehmend an Einfluss. Als Beispiele nennt er Belgien, wo jährlich 200 Angriffe registriert werden, sowie Deutschland, wo im Jahr 2024 insgesamt 111 Angriffe verzeichnet wurden – 20 Prozent mehr als im Vorjahr.
Obwohl Gewalt gegen Christen inzwischen so alltäglich geworden sei, dass man von einem Trend sprechen könne, unternähmen die Behörden kaum etwas zum Schutz der Opfer, beklagt Bazán. „Die Europäische Union hat einen Koordinator zur Bekämpfung von Antisemitismus und einen weiteren gegen antimuslimischen Hass. Auch die Vereinten Nationen haben kürzlich eine Stelle zur Bekämpfung antimuslimischen Hasses geschaffen, ähnlich der bereits bestehenden Zuständigkeit für Antisemitismus. Warum gibt es keinen UN-Beauftragten für antichristlichen Hass? Uns fehlen politische Instrumente auf Ebene der EU und der Vereinten Nationen.“
„Häufig wird davon ausgegangen, Christen seien in vielen Ländern die Mehrheit und könnten daher per Definition weder unterdrückt noch angegriffen werden. Es gibt jedoch unterschiedliche Ebenen: Einzelpersonen und Institutionen können Ziel von Angriffen werden. Außerdem wissen wir, dass auch Minderheiten aggressiv auftreten und die Mehrheit angreifen können.“