Venezuela von schweren Erdbeben heimgesucht: Kirche in Not leistet Nothilfe für die örtliche Kirche

Das katholische Hilfswerk Kirche in Not (ACN / Aid to the Church in Need) reagiert umgehend auf die schweren Erdbeben in Venezuela mit einem Gebetsaufruf und konkreter finanzieller Unterstützung für die betroffene Kirche. Mit einer ersten Soforthilfe von 100.000 Euro unterstützt Kirche in Not die lokalen Kirchengemeinden dabei, den Betroffenen in dieser Krise Schutz, Beistand und Hoffnung zu bieten. So steht die Kirche, unterstützt von Kirche in Not, den Menschen, die alles verloren haben, unmittelbar zur Seite.

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Unsere Liebe Frau von Coromoto, Schutzpatronin von Venezuela © ACN

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Mitteilung: VEN-26

Zwei verheerende Erdbeben und massive Zerstörungen

Venezuela wurde am 24. Juni von zwei schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttert, die innerhalb von weniger als einer Minute aufeinander folgten. Die Beben forderten Todesopfer, Tausende Verletzte und richteten weitreichende Schäden an Häusern, Infrastruktur und Kirchengebäuden an. Nach vorläufigen Schätzungen starben mindestens 235 Menschen, mehr als 4.300 wurden verletzt, und viele Zehntausende werden noch vermisst.

Kirchen, Pfarrhäuser und Priesterseminare gehören zu den am schwersten betroffenen Gebäuden. In der Hauptstadt Caracas und der Küstenregion La Guaira wurden mehrere Kirchen strukturell beschädigt oder stürzten ein. Viele dieser Gebäude dienen nun als Notunterkünfte für Familien, die nicht in ihre Häuser zurückkehren können oder wollen.

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Kirche San Sebastián, Maiquetía © ACN

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Kirche San José de Ñaraulí, Caracas © ACN

Betonleiden: Eingestürzte Kirchen und wundersame Rettungen

Erzbischof Raúl Biord Castillo beschreibt die Lage nach seinem Besuch in den betroffenen Pfarreien: „In Ñauralí ist das Dach des rechten Kirchenschiffs eingestürzt. In Pagüita sind sowohl die Kirche als auch das Pfarrhaus vollständig eingestürzt. Der Priester hat wie durch ein Wunder überlebt.“

Auch das Diözesanseminar in La Guaira wurde schwer beschädigt. Kirche in Not unterstützt es seit Jahren. Bischof Pablo González Pérez erklärt: „Wir haben keinen Strom. Im Seminar sind mehrere Wände eingestürzt. Wir stehen jetzt draußen auf einem Stadionparkplatz und warten auf die Gutachten. Zwei Gebäude gegenüber sind komplett eingestürzt.“

Die Kirche als Zufluchtsort für Tausende

Trotz eigener Schäden aktivierte die Kirche umgehend ihr Hilfsnetzwerk. Pfarreien bieten Familien Schutz, und Caritas koordiniert die Hilfsmaßnahmen. In manchen Fällen spielt der Glaube sogar eine direkte Rolle bei der Bewältigung der Katastrophe.

Pater Ignatio Caleya aus Petare erlebte das Erdbeben während einer gut besuchten Eucharistiefeier: „Während der zweiten Lesung begann die Erde heftig zu beben. Alle rannten ins Freie, aber ich unterbrach die Messe nicht. Wir feierten draußen weiter.“

Was dann folgte, war bemerkenswert: Anwohner, die aus ihren Wohnungen geflohen waren, und Patienten eines nahegelegenen Krankenhauses schlossen sich spontan dem Gottesdienst an. „Was als Panik begann, wurde zu einem Moment der Einheit und des Gebets“, sagte der Priester.

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Diözesanseminar San Pedro Apóstol, La Guaira © ACN

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Heiligtum Unserer Lieben Frau von Candelaria, Caracas © ACN

Persönliches Leid hinter den Zahlen

Ein weiterer Priester aus La Guaira erlebt die Katastrophe hautnah mit. Während er täglich seinen Gemeindemitgliedern beisteht, wartet er selbst auf Nachrichten über vermisste Familienmitglieder: „Mehrere Familienmitglieder, darunter meine dreijährige Nichte, werden noch immer vermisst. Ich gehe auf die Straße, um andere zu trösten, aber ich teile dieselbe Angst wie so viele andere Familien.“

Seine Situation steht stellvertretend für Tausende von Familien, die noch immer auf Nachrichten über ihre Angehörigen unter den Trümmern hoffen.

Soforthilfe und finanzielle Unterstützung

Kirche in Not hat umgehend 100.000 Euro zur Unterstützung der örtlichen Kirche freigegeben. Diese Mittel werden für Soforthilfe, Seelsorge und erste Reparaturen verwendet.

Die Aufgabe von Kirche in Not besteht nicht darin, direkt Lebensmittel, Decken oder andere humanitäre Hilfe bereitzustellen, sondern die örtliche Kirche dabei zu unterstützen, ihre Türen zu öffnen, die Betroffenen zu begleiten und auf diese Notlage zu reagieren.

Luis Vildoso, ACN International Projektmanager für Venezuela: „Die Kirche bleibt an der Seite der Menschen: Sie tröstet die Trauernden, begleitet Familien bei der Suche nach Vermissten und öffnet ihre Türen für diejenigen, die alles verloren haben.“

Neben der akuten Hilfe wird bereits über den Wiederaufbau nachgedacht, damit die Kirchengemeinden ihre Aufgabe auch langfristig erfüllen können.

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Nothilfe in Petare, Caracas © ACN

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Nothilfe in Petare, Caracas © ACN

Aufruf zu Gebet und Solidarität

Kirche in Not ruft weltweit zum Gebet für Venezuela auf. Die Organisation betont, dass das volle Ausmaß der Katastrophe aufgrund von Strom- und Kommunikationsproblemen noch nicht absehbar ist.

Erzbischof Biord weist darauf hin, dass die Zahl der Todesopfer möglicherweise viel höher hätte sein können: „Glücklicherweise ereignete sich das Unglück an einem Feiertag. Wären Schulen und Büros geöffnet gewesen, hätte es weitaus mehr Opfer gegeben.“

Während die Rettungsteams Tag und Nacht im Einsatz sind, bleibt die Kirche ein zentraler Ort der Zuflucht, des Gebets und der Hoffnung in einem Land, das erneut schwer geprüft wird.

Gebet für Venezuela

Herr Jesus,

Du kennst den Wert der Familie und die Hingabe deines Volkes.

Wir bitten Dich, jede Familie in Venezuela zu segnen und zu beschützen. Möge dein Trost jenen beistehen, die einen geliebten Menschen verloren oder materielle Verluste erlitten haben. Schenke der Jugend neue Hoffnung, Träger deiner Solidarität zu sein.

Unter dem liebevollen Blick der Jungfrau Maria von Coromoto, Mutter und Schutzpatronin Venezuelas, weihen wir ihr jede Gemeinde, damit sie diese stets unter dem Mantel ihrer Kinder behüte, vereint in Liebe und Glauben.

Amen.

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