„Man erkennt, wie gut die Kirche in Venezuela organisiert ist. Dort läuft ein groß angelegter Hilfseinsatz. Zahlreiche Freiwillige jeden Alters halfen dabei, die Spenden zu sortieren, die Menschen aus anderen Teilen Venezuelas zur Verfügung gestellt hatten. Es war wie in einem Bienenstock“, schilderte Regina Lynch ihren Besuch in einer Verteilungsstelle in Caracas.
Die Einsatzbereitschaft der Kirche, um rasch und professionell zu handeln, hängt nach Einschätzung der Delegation von ACN International auch mit der starken Verankerung der Caritas in den Diözesen und Pfarreien zusammen. Ihre Arbeit ist tief im Evangelium verwurzelt und eng mit dem Leben der Kirche verbunden. „Die Freiwilligen betonten uns gegenüber immer wieder: ‚Wir sind keine NGO. Wir sind hier und handeln aus unserem Glauben heraus. Die Caritas versteht sich nicht als eigenständige Organisation, sondern als Ausdruck der mütterlichen Fürsorge der Kirche und als konkrete Fortführung ihres Auftrags‘“, erklärt María Lozano. Diese Identität zeige sich auch in der Ausbildung der Freiwilligen: „In vielen Diözesen durchlaufen sie, bevor sie sich aktiv an der Hilfsarbeit beteiligen, eine Phase geistlicher und biblischer Schulung. Dazu gehören das Studium der Heiligen Schrift und die Praxis der Lectio divina, damit ihr Dienst fest in einem christlichen Verständnis der Nächstenliebe verwurzelt ist.“
„Zum Glück gibt es die Kirche in Venezuela“, sagte Regina Lynch. Sie erläuterte, dass Kirche in Not seit 2011, dem Beginn der finanziellen und sozialen Krise im Land, mit den Diözesen Caracas und La Guaira zusammenarbeitet und daher auf eine rund anderthalb Jahrzehnte währende, vertrauensvolle Partnerschaft zurückblicken kann. Zugleich verwies sie darauf, dass nahezu die gesamte Infrastruktur, die in diesem Zeitraum mit Unterstützung von Kirche in Not errichtet worden war, dem Erdbeben standgehalten habe, während ganze Wohnblöcke eingestürzt seien.
Sobald das Ausmaß der Tragödie deutlich wurde, sagte Kirche in Not ein erstes Hilfspaket in Höhe von 100.000 Euro zu. Gleichzeitig werden bereits weitere langfristige Unterstützungsmaßnahmen geplant. „Das bereits überwiesene Geld wird eingesetzt, um Priester, Ordensschwestern und Laien zu unterstützen, die sich derzeit um die Betroffenen kümmern“, erklärte Regina Lynch.